Höhere Spritpreise befürchtet
Kartellamt will Eon-BP-Deal genau prüfen

Die Übernahme der Tankstellenkette Aral durch den britischen Mineralölkonzern BP ruft die Kartellwächter auf den Plan.

dpa-afx HAMBURG. In einem Interview mit der Zeitung "Die Welt" kündigte der Präsident des Bundeskartellamtes Ulf Böge an, sein Amt werde in diesem Fall genau prüfen, ob die kartellrechtliche Entscheidungsgewalt der Brüsseler EU-Wettbewerbsbehörde nach Deutschland zurückgeholt werden kann.

Die Energiekonzerne Eon und BP hatten am gestrigen Montag eine milliardenschwere Neuordnung ihrer Öl- und Gasaktivitäten in Deutschland vereinbart: Unter anderem wird dadurch das komplette Ölgeschäft von Eon inklusive der Aral-Tankstellen an BP gehen.

Sorge vor höheren Spritpreisen

Kartellwächter und Automobilverbände befürchten nun eine Konzentration auf dem Tankstellenmarkt und dadurch bedingt auch steigende Benzinpreise. Nach der Fusion würden nur noch zwei große Anbieter über 50 % des deutschen Tankste llenmarktes kontrollieren, sagte Böge.

Auch der ADAC rechnet nach dem Milliarden-Deal mit Nachteilen für die Autofahrer. "Wir haben Anlass zur Sorge. Die Fusion bedeutet für den Wettbewerb nichts Gutes", sagte der verkehrspolitische Sprecher des ADAC, Jürgen Albrecht, der Zeitung. Nach dem Zusammenschluss seien nur noch die freien Tankstellen ein Garant für den Wettbewerb.

Bereits Ende März hatte der Essener RWE-Konzern seine Tankstellenkette DEA an Royal Dutch/Shell verkauft.

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