Höherer Druck auf die EZB
Analysten: Auftragseingänge überraschend schlecht

Die Auftragseingänge im deutschen Verarbeitenden Gewerbe sind im März insbesondere wegen einer Abnahme der Auslandsbestellungen deutlich zurückgegangen.

rtr BERLIN. Das Volumen der Auslandsorders ging dabei den Angaben zufolge im März um 7,0 % zurück, die Inlandsorders verringerten sich um 2,3 %. Volkswirte äusserten sich dazu in ersten Reaktionen.

Für Peter Meister von der BHF Bank in Frankfurt, fallen die Zahlen "deutlich schlechter aus als erwartet". Auffällig ist für ihn vor allem der Rückgang bei den Auslandsaufträgen. Aufgrund der Euro-Schwäche wurde mit einem stärkeren Auftragseingang gerechnet.

"Die Entwicklung bei den Auslandsaufträgen hat sehr viel mit der US-Entwicklung zu tun. Bereits im ersten Quartal war bei den US-Importen ein Rückgang zu verzeichnen gewesen. Dies könnte als Indiz für die schwache Auslandsnachfrage gelten, denn es gibt ja starke Handelsverbindungen gerade zu den USA." Er rechnet mit einem "wesentlich" schwächeren zweiten Quartal. Auch für das dritte Vierteljahr ist er nicht so optimistisch. Die für den Winter erwartete "Konjunkturdelle" hat sich offenbar ins Frühjahr verlagert."

Höherer Druck auf die EZB

Für Volker Nitsch von der Bankgesellschaft Berlin sind die Zahlen ebenfalls "deutlich schwächer als erwartet" ausgefallen. "Sie sind eines der ersten Indizien dafür, dass sich die negative Stimmung, die die jüngsten Klimaindikatoren widerspiegeln, nun auch auf die reale Wirtschaft durchschlägt. An dem deutlichen Rückgang der Auslandsnachfrage wird klar, dass sich der Abschwung in weiten Teilen der Weltwirtschaft auch auf Deutschland auswirkt."

Seiner Meinung sind die Zahlen jedoch mit Vorsicht zu genießen, "weil sie sehr volatil sind". Wie er weiter ausführt ist die Situation in Deutschland deutlich schlechter als in der übrigen Euro-Zone. "Daher sollten die Daten nicht als Signal für die Entwicklung der gesamten Euro-Zone interpretiert werden, doch sie erhöhen den Druck auf die Notenbank für eine Zinssenkung."

Hoffen auf die Inlandsaufträge

Christoph Hausen von der Commerzbank in Frankfurt stuft die Daten als "sehr, sehr schlechte Zahlen" ein und ist enttäuschend, dass auch die Inlandsorders zurückgegangen sind, denn "von den inländischen Bestellungen hatte man sich ja den Ausgleich der Auslandsorders erhofft".

Wie er weiter ausführt ist bei den Auslandsorders auch in den kommenden Monaten keine Erholung zu erwarten. Bei den Inlandsorder geht er dagegen schon von einer Besserung aus.

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