Höherer Fehlbetrag je Aktie
United Internet verfehlt Analysten-Erwartungen

Die auf Internet-Beteiligungen spezialisierte United Internet AG hat im Geschäftsjahr 2000 ihren Verlust reduziert, jedoch einen höheren Fehlbetrag je Aktie ausgewiesen als von Analysten erwartet. Bei einem Anstieg des konsolidierten Umsatzes gegenüber dem Vorjahr um 60 % auf 194,3 Mill. Euro sei ein Verlust je Aktie von 0,95 Euro (Vorjahr: minus 2,77 Euro) angefallen, teilte die Gesellschaft am Mittwoch in Frankfurt mit.

Reuters FRANKFURT. Analysten hatten für das Jahr 2000 einen Umsatz von durchschnittlich 199,89 Mill. Euro und ein Verlust je Aktie von 0,52 Euro prognostiziert. Von einer Neuausrichtung ihres Beteiligungs-Portfolios verspreche sich United Internet im Jahr 2001 eine weitere Reduzierung ihres Verlustes bei steigendem Umsatz. 2002 solle das Vorsteuergebnis positiv ausfallen.

Die im Blue Chip-Index Nemax50 des Neuen Marktes gelisteten Aktien von United Internet präsentierten sich am Nachmittag bei schwachem Gesamtmarkt und dünnen Umsätzen 7,7 % im Minus bei 4,80 Euro. Ihr Tief erreichten die Papiere Mitte Dezember 2000 bei 2,85 Euro, das Hoch wurde im September 2000 bei 50,98 Euro markiert.

Die aus der Umfirmierung der 1&1 AG & Co KGaA hervorgegangene United Internet AG bezifferte den Gesamtumsatz des aus 16 Tochtergesellschaften bestehenden Unternehmensnetzwerkes auf insgesamt 243,7 Mill. Euro, ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von 78,8 %. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) habe sich 2000 auf eine Million Euro von zuvor minus 5,4 Mill. Euro verbessert. Darin enthalten seien die erstmals vollständig berücksichtigten Verluste des E-Mail-Dienstes GMX, der das Ebitda um zehn Mill. Euro geschmälert habe. Das Vorsteuerergebnis (Ebt) sei mit 54,1 Mill. Euro aufgrund von Abschreibungen hingegen negativ ausgefallen.

Der derzeitigen Konzentration im Internet-Sektor sieht Unternehmensgründer Ralph Dommermuth gelassen entgegen. "United Internet wird die aktuelle Konsolidierungswelle überstehen und mittelfristig zu den Gewinnern im Internet-Geschäft gehören", sagte Dommermuth. Für das Geschäftsjahr 2001 erwarte United Internet einen konsolidierten Konzernumsatz von 305 Mill. Euro bei einem Vorsteuerverlust von 14,7 Mill. Euro. Analysten hatten einen Umsatz für 2001 von durchschnittlich 319,70 Mill. Euro prognostiziert. Für 2002 wird nach Aussage von Vorstand Michael Scheeren ein positives Vorsteuerergebnis von 17,9 Mill. Euro und ein konsolidierter Umsatz von 430 Mill. Euro anvisiert.

Wachstum und Profitabilität

Dommermuth kündigte an, dass sich United Internet dieses Jahr schwerpunktmäßig auf das Wachstum und die Profitabilität des bestehenden Geschäfts, auf ausgewählte Zielmärkte und auf die Vernetzung der Unternehmen untereinader konzentrieren wolle. Um sich an die aktuelle Marktsituation anzupassen, werde die Holdinggesellschaft ihre bisherigen neun Geschäftsfelder in fünf Zusammenfassen. Von der Neuausrichtung seien auch die ebenfalls am Neuen Markt notierten Töchter Jobpilot und Adlink betroffen, die künftig den Bereichen Elektronische Märkte und Dienstleistungen für Geschäftskunden zugeordnet werden sollen. Dem Bereich Community gehöre die GMX AG an, die mit Hilfe der Tomorrow Internet AG zu einem Informationsportal umgebaut werden solle. Verstärken wolle sich United Internet in diesem Jahr im Bereich Finanzen. Dort werden laut Dommermuth derzeit interessante Gespräche geführt.

Die geplanten Börsengänge der beiden Töchter 1&1 Internet und twenty4help hängen nach Aussage Dommermuths lediglich von einem geeigneten Marktumfeld ab. "Wir haben es vor, aber es gibt noch keinen festen Termin", sagte Dommermuth.

Geschäftszahlen enttäuschen

Analysten zeigten sich von den Geschäftszahlen für das Jahr 2000 enttäuscht. Das Ergebnis sei deutlich schlechter als erwartet, der Umsatz im Rahmen der Prognosen ausgefallen, sagte Klaus Linde, Analyst bei SES Research. Er behalte jedoch aufgrund der guten Entwicklung einiger Beteiligung seine Bewertung der Aktie mit "Marketperfomer" bei. Auch Michelle Lang, Analystin beim Bankhaus Sal. Oppenheim, will ihre "Kaufen"-Empfehlung ebenfalls vorerst beibehalten. "Der Umsatz ist leicht unter den Erwartungen von 201 Mill. Euro ausgefallen", sagte Lang.

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