Höherer Jahresgewinn
Vodafone im Aufwind

Der nach Umsatz weltgrößte Mobilfunkbetreiber Vodafone hat im abgelaufenen Geschäftsjahr Betriebsgewinn und Umsatz kräftiger gesteigert als von Analysten erwartet. Für das laufende Geschäftsjahr prognostizierte der Betreiber von D2 in Deutschland ein Umsatzplus von rund zehn Prozent.

Reuters LONDON. Der nicht um Minderheitsbeteiligungen konsolidierte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sei im Geschäftsjahr (per 31. März) um 26 % auf 12,679 Mrd. Pfund (rund 17,5 Mrd. ?) gestiegen, teilte Vodafone am Dienstag in London mit. Analysten hatten mit einem Gewinn von 12,12 Mrd. bis 12,65 Mrd. Pfund gerechnet. Vor Steuern verbuchte das Unternehmen wegen Firmenwertabschreibungen erneut einen Verlust, der aber mit 6,2 Mrd. Pfund nur noch etwa halb so groß ausfiel wie im Vorjahr. Die Geschäftszahlen für D2 wollte Vodafone in Düsseldorf gesondert präsentieren.

Vodafone-Aktien reagierten in London in einem schwächeren Gesamtmarkt mit Abschlägen von 2,19 % auf 122 Pence, nachdem sie zunächst noch leicht zugelegt hatten. Händler sagten mit Blick auf die Kursreaktion, Vodafone habe sein Wachstum vor allem der guten Entwicklung außerhalb des Kerngeschäfts, nämlich des Festnetzbereichs, zu verdanken.

Euro-Kurs hilft

Der in der Branche als wichtige Kennzahl für die Entwicklung geltende durchschnittliche Umsatz je Nutzer, ARPU (Average Revenue per User), stieg im Heimatmarkt Großbritannien den Angaben nach bis Ende März auf 292 Pfund von 287 Pfund im Vorquartal. In Deutschland stieg diese Umsatzkennzahl geringfügig auf 313 ? von 312 ?. In Italien lag der ARPU kaum verändert, während er in Japan leicht sank. Den Konzernumsatz steigerte Vodafone auf 30,375 (Vorjahr 22,85) Mrd. Pfund und damit ebenfalls etwas stärker als von Analysten im Schnitt mit 30,22 Mrd. Pfund erwartet. Da Vodafone rund die Hälfte seines Umsatzes in Ländern der Euro-Zone erzielt, steuerten auch Währungseffekte in Folge des gestiegenen Euro-Kurses zum Wachstum bei. Die Zahl der Kunden bezifferte Vodafone per Ende März auf 119,7 Mill. nach 112,5 Mill. im Vorquartal. Das organische Kundenwachstum betrug elf Prozent.

UMTS muss nicht abgeschrieben werden

Bei einer Telefonkonferenz stellte der scheidende Firmenchef Christ Gent noch einmal klar, dass Vodafone keine Notwendigkeit sehe, die Kosten für den Erwerb seiner UMTS-Lizenzen abzuschreiben, wie dies etwa der britische Konkurrent mm02 vergangene Woche getan hatte. "Wir haben die Wertminderung auf derselben Basis überprüft wie sie (mmO2) und sind zu einer anderen Einschätzung gelangt. Diese beruht auf der Tatsache, dass wir eine sehr viel stärkere Position haben als sie", sagte Gent. "So einfach ist das."

Die Steigerung des Umsatzes außerhalb der reinen Telefonie gehört zu den Kernpunkten der Firmenstrategie. Gerade die Lizenzen für die dritte Mobilfunkgeneration UMTS dürften dabei eine gewichtige Rolle spielen. Die neue Technik ermöglicht etwa das Abspielen von Video-Clips auf Handys oder komplexerer Spiele als bislang.

Mit seinem US-Partner Verizon Wireless will Vodafone Gent zufolge auch künftig zusammenarbeiten und die bestehende Verkaufsoption damit derzeit nicht ausüben. "Verizon Wireless ist ein sehr gutes Geschäft und natürlich Marktführer in den USA. Wir sind sehr froh, mit ihnen zusammenzuarbeiten", sagte Gent. Vodafone hatte unter der Führung von Gent in den vergangenen sechs Jahren zahlreiche Beteiligungen erworben, darunter im Februar 2000 den traditionsreichen deutschen Mannesmann-Konzern.

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