Höheres Konzernergebnis wird angepeilt: Mercedes-Chef verspricht "Produktfeuerwerk"

Höheres Konzernergebnis wird angepeilt
Mercedes-Chef verspricht "Produktfeuerwerk"

Der deutsch-amerikanische Autokonzern Daimler-Chrysler startet trotz der unsicheren Weltlage optimistisch in das Geschäftsjahr 2003. "Wir planen, das Ergebnis im Konzern gegenüber dem Vorjahr zu steigern", sagte Konzernchef Jürgen Schrempp am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Stuttgart.

HB/dpa STUTTGART. Wegen der großen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten scheute er aber wie erwartet eine konkrete Prognose. "Die Unsicherheiten im wirtschaftlichen und politischen Raum sind enorm - wir wollen seriöse Aussagen machen", betonte der 58-Jährige. "Es liegt auf der Hand, dass sich die zunehmende Unsicherheit im weltweiten Umfeld auf unser Geschäft auswirken kann."

Bislang hemme etwa der Streit zwischen Deutschland und den USA in der Irak-Krise den Absatz des Unternehmens in Nordamerika nicht, versicherten die DaimlerChrysler-Manager einhellig. "Es gibt keine Anzeichen, dass die politischen Differenzen Auswirkungen auf unser Geschäft haben", sagte Schrempp.

Analysten werteten den weitgehend optimistischen Ausblick der Autobosse als positive Überraschung: "In diesen Zeiten ist es keine Selbstverständlichkeit, dass Daimler-Chrysler überhaupt eine Prognose abgibt", sagte Georg Stürzer von der HypoVereinsbank. Nach den Plänen soll die Mercedes Car-Group 2003 bei Absatz, Umsatz und Ertrag wieder an das hohe Vorjahresniveau anknüpfen; Chrysler soll den operativen Gewinn von 1,3 Milliarden im vergangenen Jahr auf rund zwei Milliarden Euro in diesem Jahr steigern. Mercedes-Chef Jürgen Hubbert widersprach Berichten über eine Schwächephase seiner Marken und versprach stattdessen ein "Produktfeuerwerk" für 2004.

2003 steht China im Fokus

Bis 2005 erwartet die DaimlerChrysler AG (Stuttgart) steigende Erträge. Der Zuwachs soll vor allem auf dem asiatischen Markt und durch die Einführung neuer Fahrzeugmodelle erzielt werden. "Nachdem wir Japan und Korea gemacht haben, ist 2003 China unser Fokus", bekräftigte Schrempp. Das Pkw-Geschäft lasse sich dort gut an, Schwierigkeiten gebe es bei Nutzfahrzeugen. Soeben seien Verhandlungen mit dem chinesischen Konzern FAW abgebrochen worden, bestätigte Nutzfahrzeug-Vorstand Eckhard Cordes.

Im laufenden Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem leichten Umsatzzuwachs von 149,6 auf 151 Milliarden Euro. 2005 strebt das Unternehmen einen Umsatz von 163 Milliarden Euro an. Die Aktie legte am Donnerstagmittag um 1,05 Prozent auf 27,87 Euro zu.

Die Pkw-Marken Mercedes-Benz und smart steigerten 2002 den operativen Gewinn leicht auf 3,02 (2001: 2,96) Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 50,2 (47,7) Milliarden Euro. Der amerikanische Autobauer Chrysler fuhr im vergangenen Jahr in die Gewinnzone. Ohne Einmaleffekte betrug der operative Gewinn der Chrysler Group 1,32 Milliarden Euro. Das im Sanierungsplan angestrebte ausgeglichene Ergebnis wurde damit deutlich übertroffen. 2001 hatte Chrysler noch einen Verlust von 2,18 Milliarden Euro verbucht.

Hohe Sanierungsmaßnahmen in der Nutzfahrzeugsparte

Die Nutzfahrzeugsparte von Daimler-Chrysler konnte ihren operativen Gewinn 2002 zwar deutlicher steigern als erwartet. Das bereinigte operative Ergebnis betrug 176 Millionen Euro - geplant waren 51 Millionen Euro. Einmalige Aufwendungen für Sanierungsmaßnahmen führten dennoch zu einem Verlust von 343 (minus 519) Millionen Euro bei den Nutzfahrzeugen.

Insgesamt steigerte der Autokonzern 2002 seinen bereinigten operativen Gewinn um mehr als das Vierfache auf 5,8 (1,3) Milliarden Euro. Einschließlich Einmaleffekten - beispielsweise Einnahmen auf Verkäufen oder Aufwendungen für Sanierungsmaßnahmen - betrug der operative Gewinn von DaimlerChrysler 2002 sogar 6,9 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis lag - mit Einmaleffekten - bei 4,7 Milliarden Euro, nach einem Verlust von 662 Millionen Euro im Jahr zuvor. Nach der kräftigen Gewinnsteigerung soll die Dividende von 1,0 auf 1,5 Euro erhöht werden.

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