Höheres Kreditrisiko bei Tochterfirma: Viele Interessenten für Vereins- und Westbank

Höheres Kreditrisiko bei Tochterfirma
Viele Interessenten für Vereins- und Westbank

Die Hypo-Vereinsbank (HVB) hat fast das gesamte Beteiligungsportfolio zur Disposition gestellt, um die eigene Kapitalausstattung zu verbessern. "Es gibt keine heiligen Kühe", hatte Vorstandssprecher Dieter Rampl erst vor wenigen Wochen angekündigt. Ausnahme: Bank Austria. Neben der Norisbank, die bis zu 300 Mill. Euro in die Kasse bringen soll, steht vor allem die profitable Hamburger Tochter Vereins und Westbank - (VUW) auf der Prüfliste.

mwb MÜNCHEN. Nach der Einschätzung von Analysten gibt es Interessenten für die Regionalbank. Es könne für die Tochter sicherlich ein guter Preise erzielt werden, heißt es. Die HVB hält über 75 % an der VUW. Auf Basis des aktuellen Kurses der Aktie ist die Bank insgesamt rund 1 Mrd. Euro wert. Diese Preisvorstellung dürfte laut Analysten kaum durchsetzbar sein, da potenzielle Käufer Garantien für mögliche Altlasten verlangen müssten. An der Börse brach der VUW-Aktienkurs gestern zeitweise um 13 % auf unter 20 Euro ein und folgte damit dem Kurs des Mutterkonzerns. Vor zwei Jahren notierte das Papier noch bei knapp 34 Euro.

Zu den möglichen Interessenten zählen für VUW zählen neben der skandinavischen Großbank SEB, die ihre Position auf dem deutschen Markt erheblich stärken würde, auch die Hamburger Sparkasse. Als stark interessiert gilt ebenfalls die Finanzgruppe Signal Iduna, die 2 % an der VUW hält und bereits einen Anteil an der National-Bank in Essen besitzt. Mit der VUW könnte zudem Signal Iduna eine große mittelständische Regionalbank in Norddeutschland aufbauen. Auch der Versicherer AMB Generali, dessen Tochter Volksfürsorge 11 % an der VUW hält, hat ein wichtiges Wort bei künftigen Überlegungen mitzureden. AMB und Signal Iduna sollen nach Informationen aus Branchenkreisen bereits mit der HVB Gespräche über die Zukunft der VUW geführt haben.

Hamburger Bank arbeitet profitabel

Die Hamburger Bank war im Gegensatz zum Mutterkonzern in den ersten neun Monaten 2002 profitabel und erhöhte das Betriebsergebnis um gut ein Fünftel auf 104 Mill. Euro. Allerdings leidet dieses Institut wie die gesamte Branche unter der Schwäche des Mittelstands. Die Erträge wurden deshalb fast vollständig für die Risikoabschirmung benutzt. Vorstandssprecher Stephan Schüller nannte damals die Verdreifachung der Risikovorsorge auf knapp 100 Mill. Euro eine "unvorstellbar hohe Zahl". Gefahren einer Großpleite mit einem Schaden bei einem Firmenkunden bestünden nicht. Dennoch müssten die Risiken künftig noch konservativer bewertet werden. Notleidend sind bisher zwischen 25 und 30 Mill. Euro geworden.

Nach Risikovorsorge steht der Bank ein "unbefriedigendes und deutlich unter dem Ergebnis von 2001 (71,7 Mill. Euro) liegendes Ergebnis" ins Haus, wie Schüller erwartet. Schüller sieht die Bank aber insgesamt gut aufgestellt. Beim Filialnetz und dem Personal seien allenfalls kleine Korrekturen nötig, sagte er. Weitere Klarheit wird es am 6. März geben, wenn die Bank das Ergebnis vorstellt.

In die bundesweite Präsenz der HVB würde ein Verkauf der VUW mit immerhin etwa 170 Filialen ein großes Loch reißen. In Norddeutschland wäre die zweitgrößte deutsche Bank nach einem Verkauf der Tochterbank nicht mehr vertreten, weil nach der Fusion von Bayerischer Vereinsbank und Hypo-Bank 1998 alle Filialen der Hypo-Bank in die Vereins und Westbank - integriert wurden. Bis vor einem halben Jahr war die VUW noch fester Bestandteil der HVB-Strategie "Bank der Regionen".

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