Höheres Risiko
Unternehmensanleihen sind sicherer Hafen in stürmischen Börsenzeiten

Der Crash an den Aktienmärkten hat festverzinsliche Geldanlagen wie Unternehmensanleihen wieder interessant gemacht.

ddp.vwd BERLIN. Im Vergleich zu Staatsanleihen (Bundesschatzbriefe) können Anleger bei Unternehmensanleihen weitaus höhere Erträge erzielen. Während Bundesschatzbriefe derzeit Renditen zwischen 3,75 Prozent und 4,98 Prozent abwerfen, sind bei Unternehmensanleihen bis zu 9,0 Prozent möglich. Allerdings sind diese Ertragsaussichten auch mit einem höheren Risiko verbunden.

Unternehmensanleihen, in der Fachsprache auch Corporate Bonds genannt, sind Schuldverschreibungen von Unternehmen. Gerade in den vergangenen Monaten haben diese Papiere an Bedeutung gewonnen, denn im Wettlauf um neue Technologien und Märkte wird der Kapitalbedarf bei den Firmen immer größer. So haben die Telekommunikationsunternehmen im vergangenen Jahr reihenweise Unternehmensanleihen herausgegeben, nachdem sie astronomische Beträge in die UMTS-Mobilfunklizenzen investiert hatten.

Bei der Suche nach den geeigneten Papieren sollten Anleger vor allem auf die Bonität, die Zahlungsfähigkeit, des Unternehmens achten. So genannte Ratingagenturen wie Standard & Poor's (www.standardandpoors.de) und Moody's (www.moodys.com) prüfen in regelmäßigen Abständen Unternehmen und vergeben Noten, die an das amerikanische Schulnotensystem erinnern. Die höchste Benotung erhalten Papiere mit einem dreifachen "A". Auch bei Anleihen, die mit einem zweifachen "A" bewertet sind, genießen die Unternehmen eine sehr hohe Bonität. Gute bis mittlere Zahlungssicherheit werden Firmen mit einem einfachen "A" oder dem dreifachen "B" zugeschrieben. Hochspekulative Papiere werden bestenfalls mit einem dreifachen "C" eingestuft. Zwar ist der Renditeaufschlag bei diesen Papieren höher, aber dafür steigt auch die Gefahr, dass die Schulden nicht zurückgezahlt werden können.

Die Laufzeit bei Unternehmensanleihen beträgt wie bei Bundesschatzbriefen in der Regel fünf bis zehn Jahre. Der jährliche Zinssatz (Zinskupon) ist festgelegt. Anleihen werden an der Börse gehandelt und können jederzeit wieder verkauft werden. Über ihren Marktpreis entscheiden Angebot und Nachfrage. Allerdings schwanken die Kurse von Anleihen nicht so stark wie die von Aktien.

Bei der Wahl der geeigneten Unternehmensanleihe sollten Anleger auch steuerliche Aspekte beachten. Der jährliche Zinsertrag muss versteuert werden, wenn er die Höhe des Sparerfreibetrages überschreitet. Dieser liegt bei Ledigen bei 3 000 Mark und bei Verheirateten bei 6 000 Mark. Ab Januar beträgt die steuerfreie Grenze 1 550 Euro beziehungsweise 3.100 Euro. Die Kursgewinne sind dagegen steuerfrei, wenn zwischen dem Kauf und Verkauf oder der Tilgung der Anleihe ein Jahr liegt. Notiert die Anleihe bei der Rückzahlung unter 100 Prozent, ist die Rendite höher als die versprochene jährliche Zinszahlung. Zum Zinsertrag kommt die Differenz zwischen aktuellem Kurs und dem Nennwert von 100 Prozent.

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