Höhn: Sicherheit momentan nur bei Verzicht auf Rindfleisch
BSE: Lebensmittelindustrie wirft Medien Panikmache vor

Die Lebensmittelindustrie wirft den Medien "Panikmache" im Zusammenhang mit BSE vor. Gleichzeitig gerät in der BSE-Krise nun immer mehr auch die Sicherheit von Wurstwaren ins Blickfeld.

adx BERLIN/MÜNCHEN. In der BSE-Krise gerät nun immer mehr auch die Sicherheit von Wurstwaren ins Blickfeld. Der Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses im Bundestag, Peter Carstensen (CDU), lehnt ein Verbot deutscher Wurstprodukte zum Schutz der Verbraucher ab. Zwar könne er nicht die Hand dafür ins Feuer legen, dass in Würste keine Risikomaterialien wie Rinderhirn gelangt seien, sagte Carstensen am Dienstag im DeutschlandRadio Berlin. Er bezweifle aber die Verarbeitung solcher Materialien, da dies vor einiger Zeit verboten worden sei.

Die Lebensmittelindustrie wirft den Medien "Panikmache" im Zusammenhang mit BSE vor. Der Marketing-Leiter der Centralen Marketinggesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA), Michael Vogt, sagte der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagausgabe), die CMA wolle ihren Beitrag dazu leisten, die Verbraucher aufzuklären, wie sie Rindfleisch weiter genießen könnten. So könne der Kunde auf die Herkunftsbezeichnung achten und sich bei seinem Metzger informieren.

Bauernpräsident fordert Unterstützung für Landwirte

Die nordrhein-westfälische Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) betonte hingegen: "Es ist nicht ausreichend zu sagen, gehen Sie zum Metzger ihres Vertrauens, und alles ist gut. Denn weder der Metzger noch der Landwirt wissen doch heutzutage noch, was genau die Rinder im Tierfutter zu fressen bekommen." Zugleich lehnte sie in der Kölner Tageszeitung "Express" (Dienstagausgabe) ein Verkaufsverbot für Rindfleisch ab. Davon halte sie nichts, sagte Höhn. Wer ganz sicher gehen wolle, solle "momentan" einfach kein Rindfleisch essen.

Bauernpräsident Gerd Sonnleitner fordert eine größere "wissenschaftliche Unterstützung" der Landwirte. Die Ursachen der BSE-Infektionen müssten besser verstanden werden, mahnte Sonnleitner am Montagabend in den ARD -"Tagesthemen". Er verwies darauf, dass die in Deutschland infizierten Rinder von Landwirten stammten, "wie wir uns Bauern wünschen". Die Höfe seien mit ihren kleinen Tierbeständen und eigenem Grünland "das Gegenteil von Massentierhaltung".

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