Hoeneß: Keine Klage gegen Deportivo-Boss
Bayern rudert zurück

Der FC Bayern München verzichtet auf juristische Schritte gegen Präsident Augusto Cesar Lendoiro vom spanischen Fußball-Erstligisten Deportivo La Coruna.

HB/dpa MÜNCHEN. "Der Fall ist für uns erledigt. Es wird keine Klage gegen La Coruna geben, wir werden auch die Fifa nicht anrufen", sagte Manager Uli Hoeneß im Berliner "Tagesspiegel" (Mittwochausgabe) und widersprach damit dem Vorstands- Vorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge, der nach dem wochenlangen Transferpoker um Roy Makaay den Deportivo-Boss verklagen und auch den Weltverband (Fifa) einschalten wollte.

Hoeneß erklärte, dass die Reaktionen von Rummenigge "sehr emotional" waren und in der "Situation nachvollziehbar", aber da es "keine juristische Handhabe gibt, werden wir das nicht weiterverfolgen". Während Rummenigge La Coruna vorwarf, gegen jegliche kaufmännische Moral verstoßen zu haben, betonte Hoeneß: "Alle Vereinbarungen mit dem Club sind so getroffen worden, wie sie auch von den Galiciern öffentlich gemacht worden sind. Alles war mündlich vereinbart und sollte erst mit der schriftlichen Bestätigung öffentlich gemacht werden."

Nach dem Hickhack um den Transfer wollte Rummenigge bei der Fifa juristische Schritte gegen Lendoiro einleiten. "Wir wollen ein offizielles Verfahren. Da sind Dinge passiert, die werden diesem Herren noch leid tun", sagte der Bayern-AG-Chef der "Bild"-Zeitung (Dienstag-Ausgabe). Demnach soll der Deportivo-Boss unter anderem den niederländischen Stürmer gezwungen haben, auf sein Juli-Gehalt zu verzichten, um den Wechsel zum deutschen Rekordmeister zu ermöglichen. "Er hat Makaay regelrecht erpresst", sagte Rummenigge.

Rummenigge bestätigte, bereits erste Gespräche mit der Fifa - Rechtsabteilung geführt zu haben. Zudem forderte der Vize-Präsident des FC Bayern den Weltverband auf, beim Lizenzierungsverfahren "mal genau in die Bücher von Deportivo" zu schauen. Der Wechsel von Makaay zum FC Bayern war am vergangenen Freitag nach zähen Verhandlungen für eine Ablösesumme von 18,75 Mill. ? perfekt gemacht worden.

Rummenigge widersprach Meldungen aus La Coruna, wonach die Münchner im Erfolgsfall in Bundesliga und Champions League in den kommenden Jahren mehrere Mill. ? nachzahlen müssten. Maximal seien weitere 1,5 Mill. ? fällig. "Alle anderen Zahlen, die aus La Coruna mitgeteilt wurden, sind Unfug. Auch hier hat dieser Herr Lendoiro seine schmutzigen Finger im Spiel", sagte Rummenigge.

Unterdessen hat Roy Makaay sein Schweigen gebrochen und seinen neuen Arbeitgeber in den höchsten Tönen gelobt. "Ich bin bei einem absoluten Top-Verein gelandet. Ich habe viel Gutes gehört, und es hat sich alles bestätigt. Ich weiß, dass ich der teuerste Einkauf aller Zeiten bin und die Erwartungen hoch sind, aber ich halte den Druck aus", sagte der 23-fache Nationalspieler in einem Interview des niederländischen Fernsehens, das der Bayerische Rundfunk am Montagabend in seiner Sendung "Blickpunkt Sport" in Auszügen zeigte.

Gegenüber deutschen Medien will sich Makaay in Absprache mit dem FC Bayern bis zu seiner offiziellen Präsentation an diesem Mittwoch nicht äußern. Am Dienstagabend kam der 28-Jährige im Testspiel des FC Bayern beim 1. FC Nürnberg erstmals zum Einsatz.

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