Hoeneß: Roy „fünf Mal“ wertvoller als Beckham
Makaay will Millionen mit Toren und Titeln zurück zahlen

Tore, Tore, Tore: Bayern Münchens neuer Stürmerstar Roy Makaay will die Ablösesumme von 18,75 Mill. ? in den kommenden vier Jahren mit Treffern am Fließband und Titeln zurück zahlen. "Ich bin sehr sicher, dass ich Tore schießen werde", verkündete der niederländische Fußball-Nationalspieler am Mittwoch bei seiner offiziellen Präsentation in München.

HB/dpa MÜNCHEN/MADRID. Die enorm große Erwartungshaltung nimmt der 28-Jährige selbstbewusst in Angriff: "Ein Stürmer hat immer Druck. Ich wollte in einem großen Verein auf der Welt spielen", bemerkte Makaay. Und: "Ich bin hier, um dem FC Bayern zu helfen, Preise zu gewinnen." Am liebsten würde er natürlich die Champions League gewinnen, "aber es wird wahnsinnig schwierig".

Auch wenn Makaay am Dienstagabend bei seinem 70-Minuten-Debüt im Testspiel der Bayern beim 1. FC Nürnberg (2:0) noch ohne Tor blieb und noch wenig Bindung zu seinen Nebenleuten hatte, erteilte Trainer Ottmar Hitzfeld der Neuverpflichtung von Deportivo La Coruna eine Einsatzgarantie für das Bundesliga-Heimspiel am Samstag gegen den VfL Bochum: "Wenn Roy Makaay sich nicht verletzt, wird er spielen", legte sich Hitzfeld fest. Neben der neuen Nummer "10" dürfte Claudio Pizarro stürmen und nicht Giovane Elber, wie Hoeneß indirekt bereits andeutete: "Giovane wird jede Entscheidung des Trainers akzeptieren."

Nach dem Wochen lagen Transfer-Hickhack um Makaay wird Zeit zum entscheidenden Faktor. "Ich hatte drei Monate kein Spiel gemacht. Jetzt will ich so schnell wie möglich bei 100 % sein", sagte Makaay. Hoeneß fordert Geduld: "Es geht nicht darum, Tore in Nürnberg zu schießen." Er will Makaay "vier, fünf sechs Wochen" zur Eingewöhnung geben. Endgültig abgerechnet werde ohnehin erst nach Vertragsende 2007: "In den vier Jahren wollen wir Erfolg haben, und wir glauben, die Wahrscheinlichkeit ist mit Roy größer geworden."

Wie groß die Wertschätzung innerhalb der Führungsriege für den teuersten Spieler der Vereinsgeschichte ist, verdeutlichte Hoeneß mit einem Vergleich Makaays mit David Beckham, für den Real Madrid fast doppelt so viel an Manchester United bezahlt hat. "Ich hätte mich fünf Mal eher für Roy entschieden als für David Beckham. Er hat in Spanien, der schwierigsten Liga der Welt, 29 Tore geschossen", schwärmte der Manager. Dafür wagte sich der Bundesliga-Krösus in eine neue finanzielle Dimension vor: "Wir waren der Meinung: Roy muss es sein! Eine Nummer neun ist immer etwas ganz Besonderes. Da muss man eine andere Dimension akzeptieren, aber das wird nicht die Norm werden."

Nach dem erfolgreichen Makaay-Deal ist der 31-jährige Elber bei den Bayern zum Spekulationsobjekt geworden. In Nürnberg wirkte der Brasilianer besonders bemüht, erzielte auch das Tor zum 1:0. Hoeneß versuchte, dem Thema die Brisanz zu nehmen: "Giovane hat einen Vertrag bis 30. Juni 2004. Und Verträge beim FC Bayern sind so sicher wie die Bank von England, sie sind unantastbar." Kapitän Oliver Kahn machte sich für Elber stark: "Giovane dürfen wir nicht abgeben."

Im gegenseitigen "Nachtreten" zwischen der Bayern-Führung und Deportivo-Präsident Augusto César Lendoiro beließ es Hoeneß am Mittwoch bei vergleichsweise kleinen verbalen Seitenhieben. Eine Klage-Androhung seitens der Münchner ist vom Tisch, und entscheidend sei: "Wir haben das Ziel, Roy Makaay nach München zu, erreicht." Lendoiro lästerte dagegen in Spanien über "anfängerhafte Fehler" der Bayern in den Verhandlungen. Und mit Blick auf die sportliche Vergangenheit der Bayern-Spitze um Präsident Franz Beckenbauer meinte La Corunas Clubchef: "Sie haben in ihrer Jugend Fußball gespielt. Dagegen hat unsereins gelernt, wie man Verhandlungen führt."

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