Hörster: "Ich habe aufgegeben"
„Hat er Zweifel, beenden wir die Sache“

Bayer 04 Leverkusen hat die Entscheidung über einen Verbleib von Cheftrainer Thomas Hörster vertagt, eine Trennung aber nicht ausgeschlossen. Manager Reiner Calmund wollte erst in einem persönlichen Gespräch mit seinem Trainer am Montagabend ausloten, ob dessen Einstellung vor den letzten beiden Spielen gegen den Bundesliga-Abstieg noch intakt ist.

HB/dpa DÜSSELDORF/LEVERKUSEN. "Das Thema, dass er nicht an den Klassenerhalt glaubt, ist in der Öffentlichkeit. Wenn er Zweifel und keinen Glauben mehr hat, dass wir es schaffen und dies nicht nur aus Frust oder Enttäuschung gesagt hat, müssen wir die Sache beenden", erklärte Calmund nach einer Krisensitzung am Montagnachmittag.

Eine mögliche zweite Trainer-Entlassung in dieser Saison - Hörster hatte erst am 17. Februar Klaus Toppmöller abgelöst - wolle er sich dann aber vom Gesellschafterausschuss der Fußball GmbH absegnen lassen. "Dies möchte ich nicht allein auf meine Kappe nehmen", so Calmund. Hörster hatte nach dem 1:4 beim Hamburger SV gesagt: "Nach der Leistung heute muss ich sagen, habe ich aufgegeben."

Einem Bericht des "Kicker"-Sportmagazins, dass Bayer bereits mit dem am 30. April beim 1. FC Nürnberg entlassene Klaus Augenthaler über eine Nachfolgelösung verhandelt haben soll, wollte man in Leverkusen nicht bestätigen. "Das ist reine Spekulation", so Calmund. Und weiter: "Was wäre das für eine Konstellation, wenn wir mit Augenthaler am letzten Spieltag nach Nürnberg reisen würden?"

Auch ein Wechsel von Bayer-Sportdirektor Jürgen Kohler als interne Notlösung für den Trainer-Job kommt nicht in Frage. "Dies ist völlig ausgeschlossen. Das habe ich immer gesagt", sagte Kohler. Calmund hat dies akzeptiert: "Der Jürgen hat ein Brett vor dem Kopf, dass kann man positiv oder negativ sehen. Negativ, weil er nicht Trainer werden will und positiv, weil er geradlinig bleibt."

Gewarnt hat Calmund die Profis, sich in die aktuelle Diskussion um Hörster einzumischen. "Die Mannschaft wird nichts dazu sagen, die hat in Hamburg 92 Minuten schlecht gespielt. Deren Meinung interessiert mich gar nicht", betonte er. Um sich optimal auf den existenziellen Bundesliga-Zweikampf am Samstag gegen TSV München 1860 vorzubereiten, wird der Tabellen-16. auf Anordnung Calmunds bereits am Donnerstag in ein Trainingslager gehen.

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