Hoffen auf 2003
VW skeptisch zu Absatz, bekräftigt Gewinnprognose 2002

Die Volkswagen AG strebt 2002 trotz der anhaltend schwachen Konjunktur für die Automobilbranche ein Ergebnis zumindest auf dem Niveau des Rekordjahres 2001 an. Ob man bei den Absatzzahlen dies ebenfalls wieder erreichen kann, sei derzeit aber noch schwer einschätzbar, sagte VW-Vertriebsvorstand Robert Büchelhofer. VW werde aber mit aller Kraft um die Marke von fünf Mill. verkauften Fahrzeugen kämpfen.

rtr WIEN. "Wir haben schon bei Veröffentlichung des Quartalsberichts gesagt, dass wir das Rekordergebnis von 2001 erreichen und zumindest halten wollen. Diese Aussage ist bestätigt", sagte Büchelhofer, Vertriebsvorstand des deutschen Autobauers, am Freitag vor Journalisten in Wien.

Mit einer Verbesserung der Konjunktur in der Automobilbranche sei laut Büchelhofer 2002 wohl aber nicht mehr zu rechnen, man müsse vielmehr auf 2003 setzen.

"Jetzt haben wir schon beinahe das zweite Halbjahr - aber ich sehe keine Ampel auf grün, nicht einmal auf gelb", sagte Büchelhofer. Die Auftragseingänge würden bei VW derzeit unter dem Vorjahr laufen. "Da und dort gibt es immer wieder Zeichen der Besserung - aber ich habe schon zuviele Zeichen gesehen", zeigte sich Büchelhofer auf kurze Sicht pessimistisch.

Dass ein Aufschwung kommen werde, davon sei er, Büchelhofer, überzeugt. "Spannend ist nur die Frage - wann geht es jetzt wirklich los", so Büchelhofer. Als Eckpfeiler des "Wachstumspfads" nannte Büchelhofer, dass sich der weltweite Markt bis 2007 auf über 40 Mill. verkaufte Fahrzeuge von erwarteten 37 Mill. Fahrzeugen für das laufende Jahr erhöhen sollte. Ob dies linear oder mit Schwankungen geschehe, sei noch offen.

"Längerfristig betrachtet sehen wir beim Absatz schon sechs Mill. Fahrzeuge", sagte Büchelhofer ohne konkretes Zeitfenster. Als Grundlage des Wachstum diene die Mehr-Marken-Strategie des Konzerns und neue Märkte.

Angesprochen auf die zu erwartenden Verkaufszahlen 2002 sagte Büchelhofer, dass es zum derzeitigen Zeitpunkt schwer einschätzbar sei, ob man die Marke von fünf Mill. verkauften Fahrzeugen auch 2002 wieder erreichen werde. "Wir wünschen uns das und kämpfen mit aller Kraft darum", so Büchelhofer. Am 11. Mai hatte VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder gesagt, dass man trotz Inlandsflaute zuversichtlich sei, den weltweiten Absatz mit rund fünf Mill. Fahrzeugen 2002 auf dem Niveau des Vorjahres zu halten.

Bis Mai 2002 habe der VW-Konzern nach Angaben Büchelhofers rund 2,070 000 Fahrzeuge abgesetzt, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fünf Prozent entspreche.

Nach Angaben der Europäischen Vereinigung der Automobilhersteller (ACEA) von vergangener Woche hat die VW-Gruppe von Jänner bis Mai ein Minus von 8,2 % auf 1,174 293 neu zugelassenen Fahrzeuge in Europa verzeichnet.

Sorgenkind Argentinien, Hoffnungsmarkt China

Kopfzerbrechen bereite dem VW-Konzern derzeit die Entwicklung in Argentinien, wo man mit Produktionsstätten vor Ort tätig ist. "Argentinien ist ein einziges Jammertal, das Geschäft geht Richtung Null", so Büchelhofer. Ein vormals gut 500 000 Stück großer Markt sei so gut wie weg, 2002 sei mit gerade 30 000 Neuzulassungen zu rechnen. Im Moment sei auch nicht zu erkennen, ob, wann oder wie sich der Markt wieder erholen könne. Zu den erwarteten VW-Absatzzahlen in Argentinien machte Büchelhofer keine Angaben.

Gänzlich anders stelle sich das Bild für VW in China dar - dort habe man zuletzt ein Plus von 34,6 % bei den Neuzulassungen gesehen. VW sei in China mit rund 18 000 Mitarbeitern schon stark vertreten. Laut Büchelhofer habe man das enorme Wachstumspotenzial in China erkannt, möglicherweise sogar noch unterschätzt. VW habe in China bereits 3,5 Mrd. ? investiert, in den nächsten drei bis vier Jahren seien weitere Investitionen in Höhe von zwei Mrd. ? geplant, so Büchelhofer.

"Phaeton" stößt nach Markteinführung in Deutschland auf Interesse

Etwas mehr als zwei Wochen nach der Markteinführung der neuen Oberklassen-Limousine "Phaeton" sei VW mit dem Interesse und der Nachfrage in Deutschland sehr zufrieden. "Wir haben bereits über 1000 Phaeton verkauft, wir müssen nun 20 000 angemeldete Probefahrten systematisch abwickeln", so Büchelhofer. Den weltweiten Markt in der Oberklasse, in der der "Phaeton" positioniert ist, bezifferte Büchelhofer mit in etwa 400 000 Stück. Nach der weltweiten Einführung des Fahrzeuges wolle man in zwei bis drei Jahren Absatzzahlen von rund 20 000 pro Jahr erreichen. "Mit dem Pheaton sind wir auf eine Party gekommen, wo uns keiner erwartete hat", gab sich Büchelhofer optimistisch.

VW hatte 2001 bei einem Umsatz von 88,54 (83,13) Mrd. ? ein operatives Ergebnis von 5,42 (4,02) Mrd. ? und ein Ergebnis nach Steuern von 2,93 (2,61) Mrd. ? ausgewiesen. Der Absatz habe sich auf 5,107 142 Fahrzeuge belaufen.

Volkswagen notierten zuletzt bei 47,85 (48,50) Euro tiefer und liegen damit schlechter als der Eurostoxx Auto Index, der 1,4 % im Minus liegt.

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