Hoffen auf faire Wahl
Olympia-Planer geben Bewerbungsunterlagen ab

Voller Selbstbewusstsein, aber auch etwas irritiert durch den Streit über die Besetzung der Evaluierungskommission reisen die Verantwortlichen der deutschen Olympia-Planer für die Spiele 2012 am Mittwoch nach Frankfurt/Main zur Übergabe ihrer Bewerbungsunterlagen.

dpa STUTTGART/FRANKFURT/MAIN. Die Delegationen aus Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Leipzig und Stuttgart werden von den jeweiligen Oberbürgermeistern angeführt. "Der 15. Mai ist ein künstlicher Stichtag. Da sollte man nicht zu viel erwarten", sagt Michael Zilles, Geschäftsführer der Rhein GmbH. -Ruhr "Viel wichtiger ist, was danach kommt." Alle Bewerber liegen nach eigenen Angaben mit ihrer Arbeit "voll im Soll".

Über die Evaluierungskommission, die die Schriftstücke der Bewerber auswertet, entscheidet das Nationale Olympische Komitee (NOK) nun bei seiner Präsidiumssitzung am 7. Juni in Berlin. "Die Zeitverzögerung ist bedauerlich, hat jedoch keinen Einfluss auf das weitere Verfahren", erklärte NOK-Generalsekretär Heiner Henze. Mitte April war NOK-Präsident Walther Tröger mit seiner Vorschlagsliste und dem Kriterienkatalog gescheitert. Die Kritik seiner Präsidiumskollegen hatte sich an der Person von Klaus Kotter festgemacht, den Tröger als Vorsitzenden favorisiert hatte. Der Vorsitzende des Bob- und Rodelverbandes gilt als Verfechter der Leipziger Bewerbung.

Die Unterlagen der Bewerberstädte sollen nach dem Willen des höchsten NOK-Gremiums zwischen dem 1. September und 31. Januar 2003 von Mitarbeitevn des NOK und der Sportverbände geprüft werden. Der bis zum 28. Februar zu erstellende Bericht bildet dann die Grundlage für die Wahl des deutschen Bewerbers im April 2003. Die Spiele werden im Juli 2005 vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vergeben.

"Flagge zeigen für Olympia"

"Ich erhoffe mir, dass es fair zugeht und die Bewerber sehr sorgfältig geprüft werden. Es ist auch wichtig, dass nicht im Vorfeld falsche Kriterien angelegt werden. Da dürfen keine Fehler gemacht werden", fordert Hans-Jürgen Weiss, der Geschäftsführer der Frankfurt Rhein-Main 2012 GmbH, vor dem Abgabetermin in der Sportschule des Landessportbundes Hessen. Sein Hamburger Kollege Horst Meyer ist "erstaunt, welche Schwierigkeiten das NOK bei der Besetzung der Evaluierungskommission hat".

Ordentlich investiert haben bislang alle Städte: Leipzig beispielsweise plant mit einem Budget von 3,5 Mill. ? bis zur nationalen Entscheidung. Die Kosten der Frankfurter Bewerbung belaufen sich auf sechs Mill. ?, in Stuttgart auf 7,5 Millionen. Düsseldorf hat nach Angaben Zilles' allein in diesem Jahr 6,6 Mill. ? zur Verfügung. "Hamburg für Spiele 2012 GmbH"-Geschäftsführer Meyer will dagegen keine konkreten Angaben machen.

Für seinen Stuttgarter Kollegen Raimund Gründler ist die Einreichung der Unterlagen "wie eine Seminarbeit, wenn man sie bei dem Professor abgibt". Die inhaltliche Arbeit sei aber keineswegs abgeschlossen. "Wir müssen bis zum Jahresende die Garantien für alles erbringen, was wir in der Bewerbung dargelegt haben." Zudem wollen alle Städte ihre Öffentlichkeitsarbeit forcieren. So gibt's am (morgigen) Dienstag in Nordrhein-Westfalen die Aktion "Flagge zeigen für Olympia 2012 – wir sind dabei".

In Düsseldorf, Bochum, Gelsenkirchen und Essen trommeln die Oberbürgermeister sowie Prominente wie Jürgen Hingsen, Olaf Thon und Steffen Fetzner für die Bewerbung. Am gleichen Tag eröffnet Leipzig einen "Spiele-mit-uns-Shop". In Hamburg läuft die Kampagne "Feuer und Flamme für Hamburg 2012" an.

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