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Hoffen auf Zinssenkung

Die US-Notenbank wird die US-Leitzinsen auf ihrer Sitzung an diesem Dienstag senken. Das war zumindest am Montagabend die vorherrschende Meinung auf New Yorks Börsenparkett. Wie hoch der Zinsschritt ausfallen wird? Die Chance einer Reduzierung um 50 Basispunkte sehen die Analysten von Bear Stearns lediglich bei 60 Prozent. Eine Senkung der Zinsen um 25 Basispunkte wäre ebenso möglich. Die wirklich wichtige Frage lautet jedoch: Wie wird der Markt auf die Entscheidung reagieren?

Es gibt verschiedne Szenarien: Vielleicht ist die Zinssenkung um 50 Basispunkte bereits in den Kursen eingepreist. Vielleicht gibt es eine Rally, doch würde diese nicht lang währen. Nicht nur das äußerst geringe Handelsvolumen, auch die bevorstehenden Ergebnissaison würde den Aufschwung schnellstens bremsen. Klar scheint jedoch: Sollte Notenbank Chef Alan Greenspan die Zinsen am Dienstag senken, dürfte es sich wahrscheinlich um die bis auf weiteres letzte Zinssenkung handeln. "Big Al" senkte bereits vier Mal in diesem Jahr die US-Leitzinsen, um die US-Konjunktur vor einer Rezession zu retten. Sollte Greenspan die Zinsen erneut um 50 Basispunkte senken, erreichen die US-Leitzinsen mit vier Prozent dem niedrigsten Stand seit sieben Jahren.

An der Wall Street gingen der Tag mit dem geringsten Handelsvolumen dieses Jahres zu Ende. New Yorks wichtigsten Indizes gingen einen Tag vor der Notenbanksitzung uneinheitlich aus dem Handel. Während der Nasdaq Index am vierten Handelstag in Folge mit Kursverlusten aus dem Handel ging, konnte der Dow Jones Index sich gegen Mittag in die Gewinnzone vorarbeiten. Vor allem Finanz- und Ölaktien hievten den Dow Jones Index ins positive Terrain. J.P. Morgan Chase und Exxon Mobil führte die Gewinnerliste der 30 US-Standardwerte an. J.P. Morgan Chase profitiert von guten Analystenkommentaren. Die Experten von Goldman Sachs empfahlen die Aktie mit "überdurchschnittlicher Marktperformer". Die Synergien aus der laufenden Fusion von J.P. Morgan und der Chase Manhattan Bank dürften laut Goldman Sachs in 2001 zu einer moderaten Steigerung der Gewinne pro Aktie führen. Seit Bekanntgabe des Zusammenschlusses, hat sich die Wettbewerbsposition im M&A Geschäft bereits verbessert. Kosteneinsparungen von 670 Millionen Dollar sind geplant. Auch die Citigroup konnte an Wert gewinnen.



Kursverluste bei Technologieaktien belasteten dagegen die Märkte. Vor allem Computer- und Softwarewerte büßten an Wert ein. Microsoft und Intel verloren. Der Chipsektor geriet unter Druck, nachdem pessimistische Prognosen das Segment nach unten zogen. In diesem Jahr soll der Umsatz der Chipindustrie mit 188 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahr um 16,7 Prozent sinken. Das prognostizierte das Marktforschungsinstitut Gartner. Im nächsten Jahr ist nur mit einer langsamen Erholung zu rechnen, der Umsatz dürfte dann nach Einschätzung der Marktforscher 213 Milliarden Dollar erreichen. Intel und Texas Instruments notierten schwächer.

Spannend wird es am Dienstag bei den Einzelhandelsaktien, die in der vergangenen Woche einen kräftigen Schub bekommen hatten. Die Branchenriesen Wal-Mart und Home Depot werden dann ihre Geschäftszahlen vorlegen. Während Wal-Mart an Wert gewinnen konnte, führte Home Depot die Liste der Dow Jones Verlierer an. Positive Kommentare gabt es zu Tiffany. Die UBS Warburg stuft die Juwelierkette zum Wochenauftakt von "halten" auf "aggressiv kaufen" herauf.

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