Hoffnung auf Belebung der US-Konjunktur
Euro-Kurs fällt weiter

Optimistischere Erwartungen für die Entwicklung der US-Konjunktur haben am Montag erneut für Verluste des Euro zum Dollar gesorgt. "Der überraschend starke Anstieg des Chicago-PMI von 47,6 auf 52,2 Punkte und die Äußerungen des US-Präsidenten, George W. Bush, er würde an der Politik des starken Dollar festhalten, gaben der US-Valuta Rückenwind", hieß es in einem Marktkommentar von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Reuters FRANKFURT. Gegen 15 Uhr MESZ notierte der Euro mit 1,1682/85 Dollar nach 1,1782/88 Dollar zu Handelsschluss am Freitagabend in New York. Seit Jahresbeginn hat die Gemeinschaftswährung damit knapp 13 % zugelegt. Erst am vergangenen Dienstag hatte der Euro mit 1,1932 Dollar sein bisheriges Allzeithoch zum Dollar erreicht.

Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,1701 (Freitag 1,1831) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,1672 (1,1822) Dollar. Der am Freitag veröffentlichte Konjunkturindex der Einkaufsmanager (PMI) aus dem Großraum Chicago stieg im Mai überraschend stark und bestärkte damit die Hoffnungen der Finanzmärkte auf eine baldige Belebung der US-Wirtschaft. Der Index stieg deutlich auf 52,2 Zähler von 47,6 Punkten im April. Von Reuters befragte Volkswirte hatten einen Anstieg auf lediglich 48,8 Punkte erwartet. Nach dem Chicagoer Index rechnen viele Marktteilnehmer jetzt auch mit einer positiven Überraschung beim landesweiten Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM). Der ISM-Index wird am Montag gegen 16.00 MESZ Uhr veröffentlicht. Von Reuters befragte Volkswirte erwarten hier einen Anstieg auf 47,6 von 45,4 Punkten im April.

Nach Einschätzung der Analysten der Helaba könnte der Euro - besonders für den Fall eines positiven ISM-Indexes - bis auf 1,1650-20 Dollar fallen. "Zwar treten im Bereich 1,1620-50 Dollar gute Kaufinteressen auf, doch impliziert ein Bruch dieser Marke charttechnisch eine Fortführung der Korrektur in Richtung 1,1450 Dollar und eine Neutralisierung des zweimonatigen starken Aufwärtstrends des Euro", hieß es in einem Kommentar der Helaba. Nach oben würde ein Überschreiten des Widerstandes bei 1,1750-1,1800 Dollar dem Euro den Analysten zufolge wieder mehr Aufwärtsdynamik geben.

Mit der jüngsten Dollarkurs-Schwäche wollen sich am Montag offenbar die im französischen Evian versammelten Staats- und Regierungschefs der acht großen Industrienationen (G-8) befassen. US-Präsident George W. Bush hatte in Interviews während seiner Europa-Reise versichert, dass die USA eine Politik des starken Dollar verfolgten.Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi sagte am Sonntag in Evian auf Fragen von Reportern, ob Wechselkurse ein Thema sein würden: "Wir werden uns damit morgen (am Montag) beschäftigen." Ähnlich äußerte sich EU-Kommissionspräsident Romano Prodi.

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