Hoffnung auf Erholung der Branche
Micron und Hynix verhandeln über angestrebte Allianz

Der US-Halbleiter-Hersteller Micron Technology und die angeschlagene koreanische Hynix Semiconductor haben am Mittwoch angekündigte Gespräche über eine Allianz oder mögliche Fusion aufgenommen.

rtr SEOUL. "Etwa zehn Mitarbeiter von Micron sind in Seoul angekommen und haben mit den Kooperations-Verhandlungen begonnen", sagte ein Hynix-Sprecher am Mittwoch. Die Delegation soll nach früheren Angaben zwei Wochen bleiben und bei Hynix mit der "Due Diligence" genannten Unternehmensanalyse beginnen. Mit ihrer Fusion würden der zweit- und drittgrößte Speicherchiphersteller der Welt den Branchenprimus Samsung überholen. Samsung und Hynix kündigten unterdessen Preiserhöhungen für ihre Speicherchips an. Analysten äußerten Zweifel am Zustandekommen einer Fusion. Die Hynix-Aktien stiegen auch am Mittwoch weiter kräftig.

Analysten erhoffen sich von einem erfolgreichen Verlauf der Gespräche Aufwind für die gesamte von Überkapazitäten und Preisverfall geplagte Chip-Branche. Samsung will nach eigenen Angaben die Preise für Speicherchips im Dezember um zehn Prozent erhöhen. Ein Hynix-Sprecher sagte, auch sein Unternehmen werde zehn bis 20 % bei den Chippreisen aufschlagen. Im Vorfeld der Gespräche hatten Analysten gesagt, jede möglich Allianz zwischen den beiden Chipgiganten werde die Chippreise hoch treiben und allgemein das Vertrauen der Anleger in die unter Druck stehende Branche verbessern.

Am Mittwoch äußerten sich einige Finanzexperten allerdings skeptisch über den Erfolg der Fusionsgespräche. "Micron wird vor einer Fusion vermutlich eine massive Eigenkapital-Herabsetzung von Hynix fordern, weil Hynix sein Kapital in den vergangenen drei Jahren rund neun Mal erhöht hatte", hieß es in einer Studie von JP Morgan. "In Verbindung zu treten heißt nicht unbedingt viel. Wir müssen wissen, was das konkrete Ergebnis der Gespräche sein wird", sagte Chip-Experte Jonathan Ross von Goldman Sachs in Hongkong.

Die Hynix-Aktien setzten ihren Anstieg am Mittwoch fort und schlossen 4,5 % im Plus bei 2780 Won. Händlern zufolge waren Hynix-Titel 45 % des gesamten Handelsvolumens verantwortlich. Die Aktien von Chip-Herstellern profitierten weltweit von Hoffnungen auf eine baldige Erholung des gebeutelten Chip-Sektors. Die Titel des Münchener Chip-Produzenten Infineon kletterten in Frankfurt fast zehn Prozent auf 26,41 ?.

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