Hoffnung auf Erholung verpufft
Europäische Börsen schließen uneinheitlich

Die europäischen Börsen haben am Freitag uneinheitlich geschlossen. Die Gewinnwarnung des US-Netzwerkherstellers Juniper Networks hat Händlern zufolge die Freude über den positiven Geschäftsausblick des weltgrößten Chipherstellers Intel getrübt und an dem meisten Börsen die zuvor verbuchten Kursgewinne geschmälert oder die Werte ins Minus gedrückt.

rtr. "Wäre die Gewinnwarnung von Juniper nicht gekommen, hätten wir heute einen guten Verlauf gehabt", sagte ein Aktienhändler.

Juniper Networks hatte vor US-Börsenbeginn seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für das laufende Quartal drastisch gesenkt. Als Grund dafür nannte der Konzern eine zyklisch schwache Geschäftssituation bei Telekom-Dienstleistern und global agierenden Telekom-Anbietern.

Zuvor hatten Anleger Händlern zufolge die Geschäftsprognose von Intel noch als Signal interpretiert, dass diese vielleicht auf ein Ende der wirtschaftlichen Abschwächung in den USA hinweisen könne. Intel hatte am Donnerstag nach Börsenschluss in den USA für das zweite Quartal einen Umsatz im unteren Teil der im April prognostizierten Spanne vorhergesagt und damit nach Angaben von Analysten die Hoffnungen auf eine Erholung der Chipindustrie gestärkt.

Die US-Börsen notierten am frühen Abend (MESZ) im Minus. Die Technologiebörse Nasdaq gab um 2,2 Prozent auf 2214 Zähler nach. Der Industriewerte-Index Dow Jones notierte 1,1 Prozent schwächer bie 10.966 Punkten.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte zur selben Zeit mit 4258 Punkten 0,35 Prozent schwächer als am Vortag. Der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) notierte kaum verändert bei 4449 Zählern.

LONDON - Schließt kaum verändert

Die Londoner Börse hat am Freitag, dem Tag nach der britischen Parlamentswahl, kaum verändert geschlossen. Der FTSE-Index beendete die Sitzung bei 5950 Punkten. Insbesondere Bankentitel belasteten das Kursbarometer. Die Aktien von Barclays gaben um 1,3 Prozent nach, die der Royal Bank of Scotland verloren 2,1 Prozent an Wert. Der erwartete Wahlsieg von Tony Blair habe dabei kaum den Markt bewegt, sagten Händler.

ZÜRICH - SMI schließt schwächer

Die Schweizer Börse hat am Freitag schwächer geschlossen. Der SMI-Index beendete die Handelswoche mit einem Minus von 0,54 Prozent bei 7547 Punkten. Unter Druck standen ABB nach der Gewinnwarnung des US-Wettbewerbers Rockwell vom Vortag. ABB verloren 1,9 Prozent auf 31,05 Franken. Die Defensivwerte Novartis und Roche gaben ebenfalls nach.

PARIS - CAC 40 im Minus

Die französischen Aktienwerte haben am Freitag im Minus geschlossen. Der CAC 40-Index beendete den Handel 0,25 Prozent schwächer bei 5439 Punkten. Renault gaben um 2,8 Prozent auf 51,50 Euro nach, nachdem Analysten die Gewinnerwartungen nach unten revidiert hatten. Technologie- und Telekomwerte gaben einen Teil ihrer zuvor verbuchten Gewinne wieder ab. Aclatel verbuchten ein Kursplus von 0,2 Prozent, France Telecom schlossen 0,3 Prozent fester.

MAILAND - Mib30 fester

Die italienischen Aktienwerte haben am Freitag fester geschlossen. Händler sprachen von einer technischen Rekation mit schwachen Umsätzen. Der Mib 30-Index verbuchte ein Plus von 0,83 Prozent auf 38.716 Zählern. Die Aktien von Telecom Italia profitierten von der freundlichen Stimmung und schlossen 1,7 Prozent fester. Seat Pagine Gialle stiegen um 0,7 Prozent. Olivetti sprangen um 2,2 Prozent. Die Titel des Reifen- und Kabelherstellers Pirelli legten um 2,1 Prozent zu, was von Händlern mit Presseberichten begründet wurde, denen zufolge Pirelli von einem Kaufangebot für die Glasfasersparte des US-Konzerns Lucent absehen wolle, da die Sparte zu teuer sei.

MADRID - Deutlich im Plus

An der Börse in Madrid hat am Freitag der Leitindex Ibex 35 knapp ein Prozent fester bei 9607 Punkten geschlossen. Insbesondere Telekom-Titel konnten Kursgewinne verbuchen. Telefonica stiegen um 1,7 Prozent auf 17,55 Euro. Die Titel Telefonica-Tochter TPI schlossen 2,9 Prozent fester, was Händler auf anhaltende Hoffnungen einer Fusion mit dem Internetunternehmen Terra Lycos zurückführten.

AMSTERDAM - Schließt unverändert

An der Börse in Amsterdam haben die die meisten Aktien weitgehend unverändert zu ihrem Vortagesschluss geschlossen. Der AEX-Index ging bei 588 Punkten aus dem Handel. Deutlich unter Druck gerieten die Aktien von ASM International, nachdem das Unternehmen zum zweiten Mal in zwei Monaten eine Gewinnwarnung ausgegeben hatte. Die Titel schlossen 6,6 Prozent schwächer bei 28,20 Euro. Zulegen konnten dagegen die Aktien von Philips, die um 0,9 Prozent fester schlossen.

WIEN - ATX schließt freundlich

Die österreichischen Aktienwerte haben am Freitag freundlich geschlossen. Der ATX-Index verbuchte ein Plus auf 0,3 Prozent auf 1237 Zähler. Die Aktien von RHI stiegen um 4,4 Prozent auf 24 Euro. Händler konnten den Kursanstieg nicht begründen. Der Internet-Wettenbieter BETandWIN gab um knapp elf Prozent auf 4,40 Euro nach. Die Erste Bank hatte die Titel zuvor auf "neutral" zurückgestuft und dies mit der Erwartung rückläufiger Gewinne begründet. VA Stahl schlossen 0,2 Prozent schwächer auf 33,44 Euro, obwohl das Unternehmen zuvor Rekordergebnisse ausgewiesen hatte. "Die Zahlen waren toll, der Ausblick ist nicht so gut," sagte ein Marktteilnehmer zu der Marktreaktion.

BRÜSSEL - Bel-20 kaum verändert

Die Börse in Brüssel hat am Freitag kaum verändert geschlossen. Der Bel-20-Index ging bei 2879 Punkten aus dem Handel. Fortis stiegen um 1,5 Prozent auf 28,65 Euro. Die Finanzgruppe hatte in dieser Woche mitgeteilt, innerhalb von drei Jahren eine Fusion zu erwarten. Die Titel von Solvay stiegen um 0,3 Prozent auf 61 Euro. Am Vortag hatte das Unternehmen für die zweite Jahreshälfte höhere Ergebnisse als im Vorjahreszeitraum angekündigt.

STOCKHOLM - Schwächer

Die Stockholmer Börse verbuchte zum Wochenschluss Verluste. Der OMX-Index fiel um 1,4 Prozent auf 907 Punkte. Insbesondere Technologiewerte gerieten unter Druck. Ericsson fielen um drei skr auf 62 Kronen, Nokia gaben um 10,5 skr auf 327 Kronen nach.

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