Hoffnung auf Frieden
Nahost: Waffenruhe hält sich unter Einschränkungen

Nach Aussagen eines Beraters von Israels Ministerpräsident Barak blieb es bis zum Mittag verhältnismäßig ruhig. Dennoch gab es auch am Freitag einzelne Zwischenfälle.

vwd JERUSALEM. Israeli und Palästinenser scheinen die in der Nacht zum Freitag beschlossene Waffenruhe bislang mit Abstrichen einzuhalten. In der Krisenregion Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten blieb es am Freitag nach Aussagen von Gilead Scher, einem Berater von Israels Ministerpräsident Ehud Barak, bis zum Mittag verhältnismäßig friedlich. Sollte sich diese Tendenz fortsetzen, könne man vorsichtig Hoffnung schöpfen, sagte Scher. Israel hat den Palästinensern eine Frist von 24 Stunden zur Umsetzung der beschlossenen Waffenruhe gesetzt. Dies habe Barak auf einer Sondersitzung am späten Donnerstagabend beschlossen, heißt es Berichten zufolge.

Die palästinensische Autonomiebehörde soll die Waffenruhe umsetzen, die Palästinenserpräsident Jassir Arafat und Israels Minister für regionale Zusammenarbeit, Schimon Peres, in der Nacht zum Donnerstag verabredet haben, lautet die israelische Forderung. Barak hat am Freitag einen versöhnlichen Ton angeschlagen, aber auch Stärke demonstriert. "Wir werden unsere Bemühungen um Frieden nach allen Kräften fortführen", sagte er. "Wir sind stark genug, um beide Schlachten zu schlagen: Die Schlacht um Frieden und und den Kampf gegen Gewalt und Terror."

Junger Palästinenser getötet

Im Westjordanland ist unterdessen bei Straßenkämpfen zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten ein junger Palästinener getötet worden. Der 25-Jährige wurde nach Krankenhausangaben an einer Sperre der israelischen Armee am Rande der Stadt Tulkarem erschossen. Am Grenzübergang Karni zwischen Israel und dem Gazastreifen fuhr die israelische Armee wieder Panzer auf. Die Panzer waren erst am Vortag nach Vereinbarung des Waffenstillstandes abgezogen worden. Am Donnerstag hatte es in den palästinensischen Autonomiegebieten nur Stunden nach der Verabredung des Waffenstillstandes erneut Gefechte zwischen Palästinensern und Israeli gegeben.

Auf dem West-Jerusalemer Markt Mahane Jehuda hatte am Donnerstag eine Autobombe zwei Israeli getötet und elf weitere verletzt. Zu der Tat hat sich die radikale Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad sowie eine bislang unbekannte Gruppe bekannt. Scher warf Palästinenserpräsident Jassir Arafat vor, er habe nicht klar genug zum Gewaltverzicht aufgerufen. Urspünglich war ein gleichlautender Aufruf von Barak und Arafat für Donnerstagnachmittag avisiert worden, der später abgesagt wurde. Die palästinensische Führung hatte allerdings nach dem Bombenanschlag in Jerualem zur Fortsetzung der Demonstrationen gegen Israel mit friedlichen Mitteln aufgerufen.

Arafat hatte den Bombenanschlag von Jerusalem verurteilt. Die Palästinenser seien völlig gegen eine solche Aktion, sagte er am Donnerstag in Gaza. In Jerusalem haben die Israeli nach dem tödlichen Attentat die Armee in der Stadt in höchste Alarmbereitschaft versetzt und die Kontrollen besonders an belebten Plätzen vestärkt. Zum Freitagsgebet in der Al-Aksa-Moschee sind am Berichtstag nur Moslems über 45 Jahren zugelassen.



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