Hoffnung auf Hilfe
LTU: Gute Aussichten auf EU-Staatshilfe

Der angeschlagene Ferienflieger LTU hat gute Aussichten auf Genehmigung einer Landesbürgschaft durch die Brüsseler EU-Kommission.

dpa DÜSSELDORF/BRÜSSEL. Grund hierfür sei, dass die krisengeschüttelte Fluggesellschaft bislang keine staatliche Rettungshilfe erhalten habe, hieß es am Montag aus Kreisen der EU- Kommission. Wenn man die Regel "einmal und nie wieder" anwende, sei grünes Licht für die Hilfen wahrscheinlich.

Bei den Konkurrenten der LTU ist die von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen zugesagte Bürgschaft in die Kritik geraten. Ein Lufthansa-Sprecher kündigte an, die Gesellschaft werde bei der EU kurzfristig Beschwerde wegen unerlaubter Staatshilfen einreichen. LTU-Sprecher Marco Dadomo bezeichnete die Unterstützung der NRW- Landesregierung dagegen als zulässig. Es handle sich um eine Rettungs- und nicht um eine Subventionsbürgschaft.

Entschieden sei noch nichts, sagte ein Sprecher von EU- Verkehrskommissarin Loyola de Palacio. Ein Antrag auf Genehmigung der Landesbürgschaft sei in Brüssel seines Wissens noch nicht eingegangen. Deshalb könne man derzeit auch nicht über die Erfolgsaussichten eines solchen Antrags spekulieren. Staatliche Garantien werden von der EU-Behörde als Beihilfe betrachtet, die in Brüssel angemeldet und genehmigt werden muss.

Die LTU-Belegschaft zeigte sich erleichtert über das Ende der LTU - Krise. Der Betriebsratsvorsitzende Rolf Wagner sprach von einem Durchatmen unter der gesamten Belegschaft. Die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft erklärte, rund 2 300 Arbeitsplätze seien buchstäblich in letzter Minute gerettet worden.

In den nächsten Jahren komme es darauf an, die Fluggesellschaft wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen und einen Investor für die Anteile der Swissair zu finden, betonte Betriebsrat Wagner. Die Muttergesellschaft Swissair, die im November 1998 mit einem Anteil von 49,9 Prozent bei der Düsseldorfer Airline eingestiegen war, hatte durch ihren eigenen Konkurs die finanzielle Schieflage bei der LTU ausgelöst.

Wichtigster Teil des am Wochenende vereinbarten Maßnahmenbündels ist die Übernahme des LTU-Aktienpakets der Swissair durch die Stadtsparkasse Düsseldorf. Das Institut wird die Anteile treuhänderisch verwalten und einen dauerhaften Käufer suchen. Erst wenn ein solcher Investor gefunden ist, würde auch Liquidität in die Schweiz fließen.

Die Stadtsparkasse selbst erwägt, einen kleinen Anteil an der LTU zu erwerben, sagte Pressesprecher Gerd Meyer. Das Unternehmen habe jetzt eine Chance, das Konzept der Sanierung weiter in Angriff zu nehmen. "Wir sind überzeugt, dass die LTU langfristig gesichert ist". Ab 2004 soll der Ferienflieger in die Gewinnzone fliegen. Das Engagement der Stadtsparkasse begründete Meyer mit der Bedeutung der LTU für die Region und den Flughafen Düsseldorf.

Mit der zugesagten Landesbürgschaft von rund 200 Millionen DM und zusätzlich frischem Eigenkapital durch die Rewe-Gruppe erhält die LTU kurzfristig außerdem die dringend benötigten finanziellen Mittel. Der Kölner Handelskonzern ist mit 40 Prozent an der LTU beteiligt. Mit der erzielten Lösung sei eine Grundlage zur langfristigen Sicherung des Unternehmens geschaffen worden, meinte ein Rewe-Sprecher in Köln. Jetzt könne man in Ruhe einen Investor suchen.

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