Hoffnung auf Jahresendrally
Dax beendet Handelstag mit leichten Gewinnen

Angeführt von kräftigen Kursgewinnen der Commerzbank hat der Deutsche Aktienindex am Donnerstag zugelegt. Mit ihrem deutlichen Minus bremsten die Titel der Münchener Rück jedoch einen weiteren Aufstieg des Börsenbarometers.

Reuters FRANKFURT. Die Papiere der Commerzbank profitierten von wieder aufgeflammten Übernahmespekulationen, sagten Händler. Daneben profitierte die Stimmung am Aktienmarkt zusätzlich von der Hoffnung auf eine Jahresendrally. Die Papiere der Münchener Rück hätten derweil unter dem schwachen Geschäftsausblick des Rückversicherers gelitten.

Zwei offenbar gegen Israelis gerichtete Anschläge in der kenianischen Hafenstadt Mombasa spielten nach Einschätzung von Händlern kaum eine Rolle an der Börse.

Der Dax schloss am Donnerstag 0,4 Prozent höher bei 3 360,76 Zählern, während der Nebenwerte-Index MDax 0,3 Prozent auf 3 151,57 Punkte gewann. Am Neuen Markt blieb derweil der Auswahlindex Nemax 50 fast unverändert bei 447,15 Zählern. Die US-Börsen blieben derweil wegen eines Feiertages geschlossen. Am Freitag öffnen sie nur für einen verkürzten Handel.

Über die weiteren Aussichten der deutschen Börsen äußerten sich die Börsianer optimistisch. Es seien bereits erste Anzeichen einer Jahresendrally zu verzeichnen. Traditionell kaufen viele institutionelle Anleger kurz vor dem Jahreswechsel verstärkt Aktien, um die Kurse hochzutreiben und damit den Wert ihrer Portfolios zum Bilanzstichtag am Jahresende zu steigern.

Den geringen Einfluss der Ereignisse in Kenia auf das Börsengeschehen kommentierte ein Händler mit den Worten: "Auch wenn das zynisch klingt, aber das hat keine großen wirtschaftlichen Folgen und ist sehr weit weg." Bei den Anschlägen wurden nach Polizeiangaben 15 Menschen getötet. Ein anderer Händler ergänzte: "Sobald derartige Anschläge aber in Paris, London oder Berlin passieren, haben wir hier absolute Krisenstimmung."

Die Aktien der Commerzbank stiegen um 12,6 Prozent auf 9,40 Euro. Hier würden wieder einmal die Gerüchte um eine Fusion mit der Hypo-Vereinsbank (HVB) aufgewärmt, sagten Händler. Münchener-Rück-Vorstand Jörg Schneider hatte gesagt, er sei nicht gegen ein Zusammengehen der beiden Institute. Der Rückversicherer ist an beiden Banken beteiligt. Die HVB-Titel stiegen um 0,6 Prozent auf 16,24 Euro.

Derweil stiegen die Titel von Tui um 4,3 Prozent auf 20,20 Euro. Die vorgelegten Geschäftszahlen lägen leicht über den Erwartungen, sagte ein Londoner Analyst. "Die Kosten sind unter Kontrolle und es sieht danach aus, dass die Gesamtjahresprognosen erfüllt werden können", ergänzte ein Sprecher der Fondsgesellschaft Union Investment. Europas größter Reisekonzern steigerte im wichtigen dritten Quartal dank seines Sparkurses und erster Anzeichen einer Branchenerholung den Gewinn. Die Ergebnisse für die ersten neun Monate lagen aber unter dem Vorjahreswert.

Die Aktien der Münchener Rück lagen mit einem Minus von drei Prozent auf 144,50 Euro an der Spitze der Dax-Verlierer. Börsianern zufolge wird die Stimmung der Anleger weniger von dem Verlust von 859 Millionen Euro im dritten Quartal eingetrübt, der im Rahmen der Erwartungen ausfiel. Viel enttäuschender sei die Ankündigung, dass angesichts der anhaltenden Flaute an den Kapitalmärkten auch im vierten Quartal ein erheblicher Wertberichtigungsbedarf entstehe.

Im MDax rutschten die Papiere von Jenoptik um 4,7 Prozent auf 11,45 Euro ab. Der Technologiekonzern hat in den ersten neun Monaten einen deutlichen Gewinnrückgang verbucht und die Prognosen für das Gesamtjahr gesenkt.

Am Neuen Markt verloren die Aktien von Mobilcom zwei Prozent auf 4,84 Euro. Der Mobilfunkanbieter verbuchte im dritten Quartal wegen der Abschreibung seines kompletten UMTS-Vermögens einen Verlust von knapp drei Milliarden Euro.

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