Hoffnung auf kurze Kriegsdauer
Technische Faktoren deckeln Nikkei-Gewinn

Die Tokioter Börse hat am Donnerstag mit einem Anstieg auf den Kriegsbeginn im Irak reagiert und auf dem höchsten Stand seit zwei Wochen geschlossen. "Der Beginn des Krieges hat fürs Erste die Unsicherheit verringert", sagte ein Händler in Tokio.

Reuters TOKIO. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index stieg um 1,79 % oder 144,01 Zähler auf 8195,05 Punkte Der kapitalgewichtete Topix-Index kletterte um 2,33 % oder 18,40 Zähler auf 807,48 Zähler. Die Umsätze lagen mit 838 Millionen gehandelten Aktien leicht über dem seit Jahresbeginn üblichen Tagesdurchschnitt von 823 Millionen Titeln.

Bereits zuvor hatte der Nikkei Index in Erwartung eines baldigen Kriegsbeginns und aufgrund von Hoffnungen, der Waffengang werde nicht zu lange dauern, rund drei Prozent höher notiert. Technische Faktoren hätten den Anstieg dann um 8 260 Punkten gebremst, hieß es.

Die Investoren seien nicht in Euphorie verfallen, da sie zunächst die Reaktion der US-Märkte abwarten wollten. Zudem steht in Tokio ein um den Feiertag am Freitag verlängertes Wochenende an. Die Börse nimmt den Handel erst am Montag wieder auf. "In einem gewissen Sinn kann am sagen, dass der Einfluss des Kriegs bereits vorbei war, als es losging", sagte Hiroshi Nishida von Mitsubishi Trust Asset Management. Sollte sich bis in zwei oder drei Wochen kein Ende des Konflikts abzeichnen, dürfte sich dies negativ auf den Markt auswirken, sagte er.

Große Gewinne erzielten die Aktien der Brokerunternehmen. So kletterten Nomura Holdings und Nikko Cordial rund fünf Prozent. Aber auch die Telekommunikationswerte wie NTT DoCoMo gehörten zu den Tagesgewinnern mit über fünf Prozent. "Allgemein gesprochen sind die Telekomwerte vor einem möglichen Einfluss des Irak-Konflikts gut geschützt", erklärte Takashi Hayasaka von HSBC Securities. Es gebe in diesem Bereich im Gegensatz zu den Exporteuren keine Vertriebsketten, die unterbrochen werden könnten. Aber auch Exportwerte wie Toyota Motor oder Sony legten zu.

Händler sagten, alles hänge nun davon ab wie Wall Street mit dem Kriegsbeginn umgehe. "Wenn wir nun eine kräftige Rally kriegen, dann werden Technologiewerte wie eben Sony den Vorgaben in der nächsten Woche folgen", sagte Koji Muneoka von HSBC.

Die Aktien der Handelshäuser wie Itochu Corp , Japans Numer drei, bewegten sich mit dem Markt. Dagegen weiteten die Aktien aus dem Rüstungssektor ihre Verluste aus. Koken Ltd., Hersteller von Masken gegen Chemie- und biologischen Waffen, sanken über sieben Prozent. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen.

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