Hoffnung auf neue Aufträge
China fordert Einblick in Transrapid-Technik

Erneut üben die chinesischen Auftraggeber Druck aus und fordern den Technologie-Transfer. Im Gegenzug für Folgeaufträge will das deutsche Konsortium einlenken.

mg/olm HONGKONG/PEKING. Das deutsche Konsortium zum Bau der Magnet-Schnellbahn Transrapid ist offenbar bereit, China im Gegenzug für Folgeaufträge vollen Einblick in die Technologie zu gewähren. Dies kündigte der Chef von Thyssen-Krupp China, Hartmut Heine, auf einem Technologiekongress in Hongkong an.

Thyssen-Krupp und Siemens bauen derzeit in Schanghai auf 31 Kilometern die bislang einzige kommerzielle Transrapid-Strecke. Das Konsortium rechnet sich gute Chancen für Anschlussaufträge in China aus. Mehrere Strecken sind bereits im Gespräch. Langfristig könnte der Transrapid beim Bau eines landesweiten Schnellzugnetzes, das alle Großstädte Chinas verbinden soll, einbezogen werden.

China übt seit geraumer Zeit aber Druck aus, den Transfer der Technologie zu verstärken. Als Druckmittel dienen unter anderem schärfere Preisauflagen und unverhüllte Drohungen. So berichteten chinesische Tageszeitungen in den vergangenen Tagen, China werde für die 1 300 Kilometer lange Schnellstrecke von Peking nach Schanghai eventuell den japanischen Shinkansen einsetzen. Der 20 Mrd. $ schwere Auftrag gilt als einer der lukrativsten auf dem Markt.

Sollte das Konsortium dem Druck nachgeben, würde es sich von der Strategie verabschieden, die Züge für Überseemärkte überwiegend in Deutschland zu produzieren. Die Fahrwegtechnologie für die Schanghai-Strecke ist bereits komplett an ein lokales Unternehmen vergeben worden.

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