Hoffnung auf Schub für "Soccer"
US-Boys nach Sieg über Portugal im siebten Himmel

Eusebios Erben schlichen nach der Demütigung gesenkten Hauptes davon, die "Underdogs" aus Übersee wollten die Stätte ihres Triumphes am liebsten gar nicht verlassen. Mit dem 3:2 (3:1) gegen Portugal hat Fußball-Zwerg USA die zweite Sensation bei der 17. Weltmeisterschaft vollbracht und den Mitfavoriten um Weltfußballer Luis Figo schon zum Auftakt entzaubert.

dpa SUWON/SÜDKOREA. Minutenlang feierten die US-Boys ihren bisher größten Erfolg, der dem Soccer in Amerika mehr Aufmerksamkeit einbringen könnte. "Ich bin unheimlich stolz auf mein Team. Wir haben 1950 England geschlagen, aber seither bei einer WM nie gegen eine große Mannschaft gewonnen", stellte Trainer Bruce Arena nach dem historischen Sieg für die Amerikaner strahlend fest.

37 306 Zuschauer trauten in Suwon ihren Augen nicht, als der kesse Außenseiter die hoch gehandelten Portugiesen um die Stars Figo und Rui Costa in der ersten Hälfte schwindlig spielte. John O'Brien (4.), Jorge Costa (29./Eigentor) und Brian McBride (36.) schossen die Tore für die kämpferisch und auch spielerisch überzeugenden US-Boys, die vor vier Jahren als WM-Letzte aus Frankreich heimgekehrt waren. Für den völlig indisponierten EM-Halbfinalisten von 2000 trafen Beto (39.) und Jeff Agoos (71.) mit dem zweiten Eigentor in dieser äußerst abwechslungsreichen Partie. Völlig überraschend führen nun in Gruppe D Mit-Gastgeber Südkorea und die USA die Tabelle nach dem ersten Spieltag an.

Wie eine Alt-Herrenmannschaft präsentierten sich die Portugiesen, die mit großen Erwartungen angereist waren. "Es war ein schwacher Auftritt. In der ersten Halbzeit lief überhaupt nichts zusammen", erklärte Figo. Dabei hatten einige Akteure zuvor öffentlich schon vom möglichen WM-Triumph gesprochen. "Jetzt müssen wir nach vorne schauen und die nächsten zwei Spiele gewinnen", forderte der Mittelfeldstar vom Champions-League-Sieger Real Madrid. Der 29-Jährige war zwar rechtzeitig von seiner Fußverletzung genesen, blieb in den 90 temporeichen Minuten aber ein Schatten seiner selbst.

Ohne Esprit, ohne Dynamik und ohne Spielwitz präsentierte sich das Team von Antonio Oliveira, dem in dieser Verfassung das Vorrunden-Aus droht. "Es ist müßig, über die Niederlage zu lamentieren. Noch ist nichts verloren", meinte der sichtlich geschockte Coach. Vor allem individuelle Fehler in der überalterten Abwehr dürften ihm heftige Kopfschmerzen und einige schlaflose Nächte bereiten.

Das US-Team darf dagegen nach dem Coup vom Achtelfinale und mehr Resonanz in der Heimat träumen. "Wir haben in der ersten Halbzeit großartigen Fußball gespielt und danach hervorragend gefightet", lobte Arena. Nachdem O'Brien nach schwacher Abwehr von Vitor Baia zur frühen Führung abgestaubt hatte, kombinierten sich die Amerikaner phasenweise in einen Rausch und profitierten dabei von den Fehlern des Gegners. Erst fälschte Jorge Costa eine Flanke Landon Donovans ins eigene Tor ab, dann setzte McBride nach Maßflanke des starken Bundesliga-Profis Tony Sanneh noch einen drauf. "Das war wie im Traum", schilderte der Torschütze nach dem Spiel. "Jetzt dürfen wir aber nicht abheben", appellierte er vor der Partie gegen Südkorea.

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