Hoffnung auf Stabilisierung im Jahr 2003
Bitkom sieht Nachfragerückgang bei Informationstechnik

Die Nachfrage nach Produkten und Diensten der Informations- und Kommunikationstechnik wird in Deutschland einer Prognose des Branchenverbands Bitkom zufolge im laufenden Jahr erstmals sinken und von einem deutlichen Stellenabbau begleitet sein.

Reuters BERLIN. Bisher habe es bei Informations- und Kommunikationstechnik (ITK) noch nie ein Minus im Vergleich zur Vorjahresnachfrage gegeben. Für 2003 bestehe die Hoffnung, dass sich die Lage etwas stabilisieren werde, hieß es.

Im Juni hatte der Verband nach einer Umfrage unter Mitgliedsunternehmen noch ein Branchenwachstum auf Vorjahresniveau um 1,7 % prognostiziert, was aber gegenüber der Frühjahresprognose bereits einem deutlichen Abschlag gleichkam. Im März war der Verband von einem Wachstum von 4,2 % in diesem Jahr und von 8,6 % im kommenden Jahr ausgegangen.

Die zwischenzeitlich in nahezu allen Sparten eingetretenen Umsatzeinbrüche verlangten von den Unternehmen "drastische Sparmaßnahmen", was sich negativ auf die Arbeitsplätze auswirke. Der Verband rechnet bis Jahresende damit, dass die Beschäftigtenzahl in der Branche erstmals seit Anfang der 90er Jahre sinken und ein Minus von 3 Prozent auf 791 000 Stellen erreichen wird. Angesichts eines durchschnittlichen Wachstums von zwei Prozent in Europa stelle der deutsche Markt nun das Schlusslicht dar.

Mit Ausnahme der Telekommunikations- und Internet-Dienste schrieben alle Sparten der Branche rote Zahlen, teilte der Verband weiter mit. Besonders Software- und Informationstechnik-Dienste - die Zugpferde der Vorjahre - hätten Einbußen zu verzeichnen. In der PC- und Handy-Sparte belaufe sich das Umsatzminus gegenüber dem Vorjahr auf gut 11 Prozent, bei Mobilfunkinfrastruktur sogar auf rund 40 %.

Als Ursache der Nachfrageeinbrüche im Anschluss an die zweistelligen Umsatzzuwächse in den Boomjahren nannte Bitkom "eine verfehlte Politik bei der Entwicklung der Rahmenbedingungen des UMTS-Marktes". Der Branche seien durch die Versteigerung der sechs UMTS-Mobilfunklizenzen in Deutschland im Jahr 2000 rund 50 Mrd. Euro entzogen worden. Die Netzbetreiber kürzten daher nun ihre Ausgaben für den Aufbau neuer und den Ausbau bestehender Netze sowie für die Dienste-Entwicklung.

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