Hoffnung auf Wiederbelebung
Tiefgefrorenes Paar muss beerdigt werden

In Frankreich muss ein Paar, das sich in der Hoffnung auf eine spätere Wiederbelebung nach dem Tod tiefkühlen ließ, beerdigt werden. Nach französischem Recht sei nur eine Beerdigung oder eine Feuerbestattung erlaubt, entschied das Gericht in Saumur am Mittwoch.

dpa SAUMUR. Der im Februar gestorbene Arzt und Biologe hatte verfügt, dass seine Leiche neben der seiner 1984 verstorbenen Gefährtin in seinem Schloss im Westen des Landes tiefgekühlt werde.

Geklagt hatte die Präfektur des Loire-Region gegen den Sohn des Verstorbenen, der den letzten Wunsch seines Vaters erfüllen wollte. Notfalls sei die Beerdigung auch mit Polizeigewalt durchzusetzen, bestimmte das Gericht. Der Arzt hatte die Leiche seiner 49-jährigen Gefährtin bei minus 60 Grad in der Krypta des Schlosses eingefroren. Er hatte auf den Fortschritt der Medizin gehofft, die ihn und seine Partnerin in einigen Jahrzehnten vielleicht wieder zum Leben erwecken könnte. Damals hatten die Behörden keine Einwände erhoben - die Leiche der Frau blieb unangefochten 18 Jahre lang im Tiefkühlfach, obwohl den Behörden der Vorgang bekannt war.

In Bordeaux hatte ein Gericht 2000 in einem ähnlichen Fall auch gegen die Kühlung entschieden. "Die Tiefkühlung eines Verstorbenen gilt nach dem Gesetz nicht als Bestattung", hatte das Gericht befunden.

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