Hoffnung auf Zinserhöhung der Fed schwindet
Europa-Börsen mit schwachem Wochenstart

Die europäischen Aktienbörsen sind am Montag nach einem freundlichen Verlauf in der Vorwoche schwach in die neue Woche gestartet. Eine im Sog von schwindenden Hoffnungen auf eine Leitzinssenkung der US-Notenbank nachgebende Wall Street habe die Marktstimmung belastet.

Reuters FRANKFURT. Der DJ Stoxx50-Index verlor 2,8 Prozent auf 2701 Punkte. Die Marktsektoren notierten ausnahmslos im Minus, allen voran Telekom -, Medien-, Energie- und Versicherungstitel, deren Subindizes je über drei Prozent verloren. Im Mediensektor verloren Vivendi Universal über fünf Prozent. Händler verwiesen auf Befürchtungen, dass das Unternehmen bei Vorlage der Halbjahreszahlen am Mittwoch Abschreibungen in Milliardenhöhe auf seine US-Beteiligungen bekannt geben könnte. Unter Druck standen auch Zurich Financial Services, die über fünf Prozent verloren. Zurich hatte am vergangenen Freitag bestätigt, mit Obligationen und Aktien des insolventen US-Telekomkonzerns WorldCom einen Verlust von 100 Millionen Dollar erlitten zu haben. Die Titel des Technologieunternehmens Dutch Getronics brachen im Vorfeld seiner Halbjahreszahlen rund 17 Prozent ein.

LONDON - Die Londoner Aktienbörse gab bei Verlusten von Erdöl- und Banktiteln deutlich nach. Der FTSE-100-Index notierte 2,3 Prozent schwächer bei 4221,6 Zählern. BP ermässigten sich um 4,1 Prozent und Shell um 3,1 Prozent. Die Anleger würden sich im Zuge von nachlassenden Spannungen im Nahen Osten auf sinkende Ölpreise vorbereiten, sagten Händler. Im Bankensektor hätten sich schwindende Hoffnungen auf eine Senkung der US-Leitzinsen negativ ausgewirkt. Im Sektor büssten Barclays 3,5 Prozent und Lloyds 3,1 Prozent ein. Old Mutual verloren gar 5,7 Prozent. British Telecom (BT) lasteten mit einem Minus von 4,9 Prozent auf dem Index. BT seien von einem Zeitungsartikel belastet worden, demzufolge der Konzern das Umsatzziel verfehlen werde. Markant schwächer schlossen auch Medienwerte wie Granada, BSkyB und Carlton, die je um die fünf Prozent nachgaben.

PARIS - Der CAC-40-Index der Pariser Börse büsste angeführt von EADS 2,4 Prozent auf 3364,4 Zähler ein. Die Titel des Raumfahrtkonzerns EADS verloren 6,6 Prozent. Händler verwiesen auf den Insolvenzantrag von dessen Kunden US-Airways. Vivendi Universal sanken 5,3 Prozent. Händler sagten, es gebe Sorgen um mögliche hohe Abschreibung auf die US-Beteiligungen. Unter Druck standen auch France Telecom, die 5,4 Prozent einbüssten. Sinkende Ölpreise drückten die Aktien des Erdölkonzerns TotalFinalElf 3,2 Prozent ins Minus.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien gaben mehrheitlich nach. Der SMI schloss 1,5 Prozent leichter auf 5244,8 Punkten. Händler sagten, nach dem Konkurs von US Airways befürchteten Händler weitere Zusammenbrüche. Zudem müssten bis am Mittwoch noch die Chefs grösserer US-Unternehmen ihre Geschäftsberichte für ihre Richtigkeit unterschreiben. Grössere Verluste erlitten dabei die Finanzwerte. CS Group sanken 3,4 Prozent. UBS schwächten sich um 0,3 Prozent ab. UBS wird am Dienstag und CS am Mittwoch die Geschäftszahlen mitteilen. Grössere Verluste erlitten Zurich mit minus 5,4 Prozent. Zurich hatte am Freitag Abend bestätigt, mit Obligationen und Aktien des insolventen US-Telekomkonzerns WorldCom einen Verlust von 100 Millionen Dollar erlitten zu haben. Swiss Re verloren gegen vier Prozent.

BENELUX - Die Benelux-Börsen notierten ebenfalls belastet von Technologie- und Finanztiteln schwächer. Der Amsterdamer AEX-Index büsste 2,6 Prozent auf 352,3 Zähler ein und der Brüsseler Bel20-Index verlor 1,1 Prozent auf 2186,7 Zähler. Als Belastung erwiesen sich Finanztitel wie Aegon und Fortis, welche 5,7 Prozent und gegen drei Prozent nachgaben. Bei den Technologietiteln brachen Getronics 17 Prozent ein, während sich CMG zehn Prozent und Philips 6,1 Prozent ermässigten.

MAILAND - An der Börse Mailand büsste der Mib30-Index angeführt vom Finanzdienstleister Fideuram 1,8 Prozent auf 25.214 Punkte ein. Fideuram verbuchten ein Kursminus von 4,7 Prozent, nachdem UBS Warburg das Kursziel reduziert hatte. Konkurrent Mediolanum schloss mit minus 4,3 Prozent ebenfalls markant schwächer. Zu den Hauptverlierern zählten auch die Titel von Juwelier Bulgari mit einem Minus von 4,4 Prozent.

MADRID - Der Madrider Ibex-35-Index gab mit minus 2,8 Prozent auf 6221,1 ebenfalls deutlich nach. Händler verwiesen nach den Kursgewinnen der Vorwoche auf Gewinnmitnahmen. Die Titel des Telekomriesen Telefonica verloren 3,7 Prozent, jene der Banken Santander Central Hispano und Banco Bilbao Vizcaya BBVA gaben je rund fünf Prozent nach.

SKANDINAVIEN - Die nordischen Börsen notierten entgegen dem europäischen Trend knapp im Plus. Der DJ StoxxNordic-Index stieg um knappe 0,1 Prozent auf 232,9 Zähler. Bei den schwergewichteten Telekomausüstern gewannen Ericsson 1,7 Prozent, während Nokia 2,5 Prozent einbüssten. Die Titel des Fischereiunternehmens Pan Fish brachen aufgrund von Befürchtungen bezüglich einer möglichen Aktienausgabe als Teil einer Refinanzierung gegen 40 Prozent ein.

WIEN - Der Wiener ATX-Index verlor ein Prozent auf 1122,6 Punkte. Auffallend waren vor allem Erste Bank und Verbund, die den ganzen Tag - jedoch ohne fundamentale Neuigkeiten - unter Druck standen. Erste Bank gaben 3,1 Prozent und Verbund 1,6 Prozent nach. OMV, die am Dienstag die Ergebnisse zum ersten Halbjahr 2002 präsentieren werden, notierten leicht schwächer.

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