Hoffnung auf Zinssenkung hebt die Stimmung
Dax gelingt Sprung über die 3300-Punkte-Marke

Spekulationen über eine bevorstehende Senkung der US-Leitzinsen haben den Deutschen Aktienindex am Montag über die psychologisch wichtige Marke von 3300 Punkten gehoben. Besonders stark zu Buche schlugen dabei deutliche Kursgewinne bei den Aktien der Deutschen Bank wegen eines möglichen Verkaufs von Firmenanteilen.

Reuters FRANKFURT. Deutschlands wichtigstes Börsenbarometer schloss 5,14 Prozent höher bei 3327 Punkten. Dabei lagen 28 der 30 Dax-Werte in der Gewinnzone. Analysten sagten, der Index habe weiteres Potenzial nach oben. Die Aktien der Banken profitierten Händlern zufolge von Spekulationen auf eine Zinssenkung in den USA und von besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen der niederländischen Bank ABN Amro. Neben den Finanzwerten zogen auch die Papiere der Technologiefirmen stark an. Dagegen führten am Neuen Markt erneute Insolvenzängste zu Kursverlusten bei der Aktie von Mobilcom.

Am Neuen Markt stieg der Nemax50 um 5,52 Prozent auf 456 Zähler. Der MDax für mittelgroße Werte lag 1,34 im Plus bei 3146 Punkten. Auch in den USA setzten die Aktienmärkte bis zum Handelsende in Frankfurt ihre Rally fort. Der Dow-Jones-Index für die Standardwerte stieg um zwei Prozent. Die Technologiebörse Nasdaq legte sogar 3,7 Prozent zu

Anleger preisen schon mögliche Zinssenkung in den USA ein

In Deutschland wie auch den USA preise die Börse derzeit eine Zinssenkung von mindestens 25 Basispunkten durch die US-Notenbank Fed ein, sagten Analysten. "Immer mehr Anleger spekulieren inzwischen sogar auf eine Zinssenkung von 50 Basispunkten", hieß es. Die Fed wird ihre Entscheidung voraussichtlich am Mittwochabend bekannt geben. Derzeit liegt das US-Zinsniveau mit 1,75 Prozent auf dem niedrigsten Niveau seit rund 40 Jahren.

In Frankfurt legten wegen der Zinsspekulationen besonders die Finanzwerte zu. Die Aktien der Commerzbank und der Hypo-Vereinsbank verteuerten sich jeweils um rund neun Prozent. ABN Amro hatte am Montag mit einem Quartalsgewinn von 591 Millionen Euro die Erwartungen des Marktes übertroffen und damit europaweit die Kurse der Banken gestützt.

Die Aktie der Deutschen Bank kostete mit 47,25 Euro fast neun Prozent mehr als noch am Freitag. Das niederländische Finanzhaus NIB hatte zuvor Interesse an Teilen der Private-Equity-Sparte DB Capital bekundet. Nach Angaben aus Branchenkreisen will sich die Deutsche Bank von Investitionen im Wert von 2,5 bis drei Milliarden Euro trennen.

Weitere Gewinne in Sicht

Technische Analysten, die anhand von Index-Kursverläufen deren zukünftige Entwicklung zu prognostizieren versuchen, zeigten sich optimistisch, dass sich der Dax-Aufschwung fortsetzen werde. "Es wäre ein sehr gutes Zeichen, wenn der Markt in den nächsten Tagen nicht wieder unter die Marke von 3224 Punkten fällt", sagte Holger Galuschke von der SEB. Bei diesem Wert verlaufe die obere Begrenzung des mittelfristigen Abwärtstrends der vergangenen Monate. Wenn der Dax die Marke verteidigen könne, habe er ein Potenzial bis rund 3600 Punkte.

Technologie-Werte profitieren vom Microsoft-Urteil

Die deutschen Technologiewerte erhielten Händlern zufolge Unterstützung von der Bestätigung des Vergleichs zwischen dem weltgrößten Softwarehersteller Microsoft und dem US-Justizministerium durch ein US-Gericht. Microsoft-Aktien erhöhten sich um knapp sieben Prozent. Außerdem zogen die Anteilsscheine der Chip-Firmen an der Wall Street stark an. In Frankfurt stiegen die Titel des Chip-Produzenten Infineon um knapp zwölf Prozent auf 11,71 Euro. Die Aktien des Dax-Schwergewichts Siemens legten 6,31 Prozent zu.

Lufthansa-Anteilsscheine kletterten um 7,79 Prozent auf 12,45 Euro. Nach der Einschätzung von Analysten wird die Fluglinie mit den diese Woche erwarteten Zahlen zu den ersten neun Monaten bereits die Ziele für das Gesamtjahr übertreffen.

Am Neuen Markt rutschten die Mobilcom-Papiere um knapp elf Prozent auf 5,17 Euro ab. Uneinigkeit zwischen Ex-Firmenchef Gerhard Schmid und der Bundesregierung über einen Treuhändervertrag verzögerten erneut die Verabschiedung eines Rettungskonzeptes für den angeschlagenen Konzern. Wie Reuters aus Aufsichtsratskreisen erfuhr, droht dem Unternehmen damit erneut die Insolvenz, sollte nicht innerhalb der kommenden Tage eine Lösung gefunden werden.

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