Hoffnung auf Zinssenkung
Wall Street schließt deutlich im Plus

Die US-Aktienmärkte haben am Dienstag ihre Vortagesverluste fast wettgemacht. Die Standard- und Technologiewerte legten fast drei Prozent zu. Unter den Einzelwerten stand das Internet-Unternehmen Cisco im Mittelpunkt.

Reuters NEW YORK. Die Hoffnung auf eine weitere Zinssenkung in den USA hat die Kurse an der Wall Street am Dienstag deutlich angetrieben. Außerdem gingen die Anleger nach den kräftigen Verlusten des Vortages insbesondere bei den Technologiewerten auf Schnäppchenjagd, sagten Händler.

Nasdaq schlägt Dow

Der Dow-Jones-Index stieg zum Handelsschluss um 2,87 Prozent auf 8274,09 Punkte. Der Nasdaq-Index legte 4,44 Prozent auf 1259,55 Zähler zu, nachdem er zuvor in der Spitze bereits um rund sechs Prozent geklettert war. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann rund drei Prozent auf 859,57 Zähler.

Gerüchte über Zinssenkung beleben den Handel

"Wir haben einige Gerüchte über eine weitere Zinssenkung der (US-Notenbank) Fed, und das hilft dem Markt sicherlich", sagte Owen Fitzpatrick, Leiter der US-Aktiengruppe bei Deutsche Bank Private Banking. "Die Leute hoffen, dass weitere Zinssenkungen der Wirtschaft helfen und uns vor einer neuen Rezession bewahren", fügte er hinzu.

Technische Reaktionen

Andere Analysten erklärten die Gewinne auch mit einer technischen Reaktion auf die jüngsten Verluste. "Die vergangenen drei Handelstage waren der Katalysator. Wir haben den Dow drei Tage hintereinander zwei Prozent oder mehr fallen sehen. Eine Gegenbewegung ist fällig", sagte David Memmott, Leiter Aktienhandel bei der US-Investmentbank Morgan Stanley.

Double-Dip weiter möglich

Analysten halten es für möglich, dass angesichts der schwachen Konjunkturdaten die größte Volkswirtschaft der Welt nach einer kurzen Erholungsphase im ersten Quartal nunmehr vor einer weiteren Rezession ("Double-Dip") steht. Dies hatte am Vortag die Märkte weltweit belastet. Nun hoffen offenbar viele Investoren, dass die Fed einen solchen "Double-Dip" nicht zulassen und erneut die Zinsen senken wird.

Lehman erwartet deutliche Zinssenkung

Die US-Investmentbank Lehman Brothers teilte am Dienstag mit, sie erwarte, dass die Fed die Zinsen bis zum Jahresende insgesamt zwischen 75 Basispunkten und einem vollen Punkt senken werde. Die Bank hatte bislang unveränderte Zinsen bis zum kommenden Jahr prognostiziert.

Der in den USA maßgebliche Zinssatz der Fed für Tagesgeld liegt derzeit mit 1,75 Prozent auf dem tiefsten Stand seit 40 Jahren. Der für die Zinspolitik verantwortliche Offenmarktausschuss (FOMC) trifft am kommenden Dienstag zusammen.

Cisco im Blickpunkt

Unter den Einzelwerten standen nach Händlerangaben die Aktien des Netzwerkausrüsters Cisco im Mittelpunkt, die um rund sechs Prozent auf 12,05 Dollar kräftig anzogen. Die Investoren hofften offenbar auf gute Geschäftsergebnisse des Unternehmens. Die Quartalsbilanz wurde nach US-Börsenschluss erwartet.

Die Aktien des größten Medienkonzerns der Welt, AOL Time Warner, schlossen wenig verändert mit einem Minus von 0,5 Prozent auf 9,90 Dollar. Das Unternehmen bestätigte, Jonathan Miller sei zum neuen Chef seiner Internet-Sparte America Online berufen worden. Der 45-jährige Miller, der bis vor kurzem bei dem Internetunternehmen USA Interactive tätig war, werde Robert Pittman ersetzen, der im Juli von seinem Amt zurückgetreten war.

GE deutlich im Plus

Bei den Standardwerten legten die Titel des US-Mischkonzerns General Electric um 4,7 Prozent auf 29,65 Dollar zu und waren der umsatzstärkste Wert an der New York Stock Exchange. Die Titel des Finanzkonzerns J.P. Morgan Chase kletterten um 5,9 Prozent auf 23,65 Dollar und beflügelten damit ebenso den Dow-Jones-Index.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,52 Milliarden Aktien den Besitzer. 2409 Werte legten zu, 825 gaben nach und 174 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,51 Milliarden Aktien 2405 im Plus, 1017 im Minus und vier unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 31/32 auf 104-05/32. Sie rentierten mit 4,336 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 1-4/32 auf 102-1/32 bei einer Rendite von 5,237 Prozent.

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