Hoffnung auf zweistelliges Wachstum begraben
Harte Zeiten für Fresenius

Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) geht nach einem bescheidenen Auftakt im ersten Quartal 2003 im Gesamtjahr nur von einem hohen prozentual einstelligen Gewinnwachstum aus. Zuvor hatte die Bad Homburger Firma noch Hoffnungen auf ein niedriges zweistelliges Plus beim Überschuss geweckt.

Reuters BAD HOMBURG. In den ersten drei Monaten sei der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum knapp drei Prozent auf 169 Mill. Dollar zurückgegangen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Damit lag FMC leicht unter den Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit einem Ebit auf Vorjahresniveau von 174 Mill. Dollar gerechnet hatten. Schuld an dem geschrumpften Gewinn seien Krisen in Lateinamerika und der Nahost-Region, die auf die Margen gedrückt hätten, begründete FMC. Analysten trauen FMC trotz der eingeschränkten Prognose für 2003 aber noch eine Gewinnsteigerung von zehn Prozent zu. Die FMC-Aktie verlor bis zum frühen Mittag 1,6 % auf 43,40 ?.

Verhaltener Ausblick

Die Währungskrise in Lateinamerika und die politische Unsicherheit in der Nahost-Region würden vermutlich anhalten, sagte ein Unternehmenssprecher. Auch drücke der Preisdruck in Zentraleuropa auf die Margen. "Ein weiterer Faktor sind die neuen Vergütungsmethoden bei der Behandlung von Dialyse in Deutschland", fügte er hinzu.

FMC teilte mit: "Angesichts weiterer gestiegener Risiken und Unsicherheitsfaktoren erwartet das Unternehmen ein Wachstum des Jahresüberschusses für das Gesamtjahr 2003 im unteren Bereich der prognostizierten prozentualen Steigerung." Zuvor hatte das Unternehmen ein prozentual hohes einstelliges bis niedriges zweistelliges Wachstum beim Jahresüberschuss erwartet. Beim Umsatz werde aber weiter mit einem Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich gerechnet.

"Kein gutes Quartal"

"Es war kein gutes Quartal", sagte Andreas Schmidt, Analyst beim Bankhaus Merrill Lynch. Der Ausblick sei etwas verhaltener, wobei er noch die Möglichkeit eines zehnprozentigen Wachstums sehe. Ein Wachstum des Nettogewinns unter zehn Prozent wäre schon eine Enttäuschung, sagte Analyst Markus Krämer von Sal Oppenheim. Auch er schließe aber nicht aus, dass FMC den Gewinn doch um zehn Prozent steigern könne. "Es wird sich zeigen, in welchem Ausmaß sich Preisdruck und die Situation im Nahen Osten im Jahresverlauf auf die Margen auswirken werden."

Umsatz gestiegen

Beim Quartalsumsatz lag FMC mit einem Plus von zehn Prozent auf 1,299 Mrd. Dollar leicht über den Analystenprognosen, die mit 1,27 Mrd. Dollar gerechnet hatten. Als Begründung für das Umsatzplus nannte FMC die wachsende Zahl der von der Firma weltweit versorgten Patienten, die an chronischem Nierenversagen leiden. Insgesamt seien sieben Prozent mehr Menschen betreut worden als im Vorjahreszeitraum. Nach FMC-Angaben leiden weltweit 1,2 Mill. Menschen an chronischem Nierenversagen. FMC ist eigenen Angaben zufolge weltweit Marktführer für Produkte und Dienstleistungen für Dialysepatienten und betreut in rund 1500 Dialysekliniken mehr als 110 000 Patienten in den USA, Europa, Asien und Lateinamerika. In Nordamerika machen Dialysedienstleistungen 88 % des dortigen Umsatzes aus. Im internationalen Geschäft beträgt der Umsatzanteil der Dienstleistungen 31 %.

Mutter bleibt nicht verschont

Auch die Konzernmutter Fresenius verbuchte im ersten Quartal einen Gewinnrückgang, den die Gesellschaft auf Währungseffekte zurückführte. Danach war das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um elf Prozent auf 194 Mill. ? gesunken. Zudem sei der Umsatz auf 1,729 (1,854) Mrd. ? geschrumpft. Einen Ausblick auf das Gesamtjahr legte der Konzern nicht vor. Die im MDax gelistete Vorzugsaktie der Fresenius AG verlor am Mittwoch rund 1,8 % auf 39,59 ?.

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