Hoffnung auf zweites Halbjahr
BMW könnte trotz Marktflaute Rekord erzielen

Konzernchef Helmut Panke wird auf der Bilanz-Pressekonferenz des Münchener Autokonzerns am Mittwoch den dritten Rekordgewinn in Folge vorlegen. Was die Investoren aber noch mehr interessieren dürfte: Nach Einschätzung von Analysten könnte trotz der schwierigen Marktlage und der Irak-Krise 2003 ein weiteres Rekordjahr hinzukommen.

Reuters MÜNCHEN. Auf dem Chefsessel sitzt seit Mai ein anderer, ansonsten bleibt bei BMW aber alles beim Alten. "Ich gehe derzeit für von einem weiteren Anstieg des Ergebnisses aus", sagt Henrik Lier, Analyst bei der WestLB Panmure. Voraussetzung sei allerdings, dass sich der Konflikt im Irak nicht allzu lang hinziehe und es zu keiner weiteren Verschlechterung der weltweiten Konjunktur kommt." Mit seiner Einschätzung steht Lier nicht alleine: "Es muss schon ein bisschen gut laufen - aber ich halte ein weiteres Rekordjahr durchaus für möglich", sagt auch sein Kollege Robert Heberger, Analyst bei Merck Finck in München.

Der Ausblick für das laufende Jahr steht am Mittwoch im Mittelpunkt, nachdem der erfolgsverwöhnte Münchener Konzern für 2002 mit einem Vorsteuergewinn von 3,297 (2001: 3,242) Milliarden Euro bereits den dritten Rekordgewinn in Folge verkünden konnte. Beim Absatz konnte BMW mit 1,057 Millionen Autos sogar erstmals siebenstellige Stückzahlen melden.

Doch die Zeiten werden härter. Wegen des schwachen Wirtschaftswachstums und der Verunsicherung der Verbraucher durch den Irak-Konflikt sowie steigender Arbeitslosigkeit gehen Experten für Nordamerika und Westeuropa von rückläufigen Autoverkäufen in diesem Jahr aus. Schon im vergangenen Jahr ging der Absatz in Westeuropa um knapp drei Prozent zurück. Europas größter Autobauer VW kündigte vor diesem Hintergrund an, im laufenden Geschäftsjahr aller Voraussicht nach ein Minus beim Betriebsergebnis auszuweisen.

Alle Hoffnung auf das zweite Halbjahr

"Ich gehe aber nicht davon aus, dass der Ausblick bei BMW genauso negativ wird", sagt Analyst Heberger. Der Konzern profitiert von seiner Aufstellung als Anbieter hochpreisiger Fahrzeuge - BMW selbst spricht vom "Premium-Segment". Diese Autobauer können sich, anders als die Massenhersteller, bei rückläufigen Märkten eher vom Branchentrend absetzen.

Aber auch der Münchener Konzern musste im Februar bei seiner Kernmarke BMW einen Verkaufsrückgang von acht Prozent hinnehmen. Nur dank des neuen Mini kam unter dem Strich noch ein leichtes Plus heraus. Hinzu kommt angesichts der Vorausleistungen für die vielen geplanten neuen Modelle der Druck auf die Margen: 2002 sank die Umsatzrendite auf 7,8 (8,4) Prozent. Die BMW-Aktie, die bei Pankes Amtsantritt mit 48 Euro ein Allzeit-Hoch markierte, hat seither mehr als die Hälfte ihres Werts verloren.

Hauptgrund für den zuletzt schwachen BMW-Verkauf ist der im zweiten Halbjahr anstehende Modellwechsel beim 5er. Der Konzern will im Gesamtjahr 2003 den Absatz aber dennoch erneut steigern. Heberger verweist auf den Start neuer Modelle wie den Roadster Z4, den zum Teil überarbeiteten 3er, die Diesel-Variante des Mini und den zum Jahresende geplanten Start der neuen 6er-Reihe und des kleineren Geländewagens X3. "Ich glaube, dass das in der Summe die im Zuge des Modellwechsels rückläufigen Zahlen beim 5er kompensieren kann", sagt der Autoexperte.

HVB-Analyst Georg Stürzer geht davon aus, dass BMW am Mittwoch glaubhaft untermauern wird, dass der Konzern den wohl schwachen Absatz im ersten Halbjahr ab Jahresmitte aufholen kann. Unter dem Strich sei also auch 2003 ein moderates Gewinnplus möglich - immer vorausgesetzt, die Situation im Irak eskaliere nicht: "Wenn es dumm läuft, haben wir die Bilanzpresse-Konferenz an dem Tag, wo der Krieg ausbricht."

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