Hoffnung wird auf IAA gesetzt
Autoindustrie will Zugpferd für Konjunktur sein

Die deutsche Automobilindustrie will die Rolle des Zugpferdes für die schwache Inlandskonjunktur übernehmen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet bereits 2004 mit einer Belebung des Geschäfts.

HB/dpa FRANKFURT. "In den vergangenen Jahren hat es noch nie so viel Anlass für Zuversicht gegeben", sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk in einem dpa-Gespräch am Dienstag. Eines müsse Bundeskanzler Gerhard Schröder klar sein: "Es hat noch nie einen Aufschwung ohne die Autoindustrie gegeben".

Von der Bundesregierung fordert der Branchenverband deshalb, sämtliche Diskussionen über Steuererhöhungen zu Lasten der Autofahrer einzustellen. Nur so könne der positive Stimmungswandel auch zu nennenswerten Aufträgen für die Autohersteller führen. "Die aktuelle Stimmungsverbesserung haben wir uns lange gewünscht, die Politik darf uns nun keine Steine in den Weg legen", mahnte Gottschalk.

Eine Initialzündung für den Aufschwung wird nach Meinung des VDA- Präsidenten von der 60. Internationalen-Automobilausstellung (IAA) ausgehen, die in der kommenden Woche in Frankfurt von Bundeskanzler Schröder eröffnet wird. Vor allem die Neuvorstellung der wichtigen Volumenmodelle VW-Golf und Opel-Astra seien entscheidende Signale. Der neue Golf werde noch in diesem Jahr die Pkw-Zulassungen im Inland positiv beeinflussen. "Wer einen Golf will, der hat sich bislang zurückgehalten", betonte Gottschalk.

Angesichts der Fülle von Neuvorstellungen und einem breiten Angebot von Diesel-Rußfiltern, die auch die Euronorm vier mit Steuernachlässen erfüllten, werde bereits 2004 im Inland der Absatz wieder anziehen. Im laufenden Jahr würden die prognostizierten Pkw- Neuzulassungen von 3,25 Mill. erreicht.

Das Exportgeschäft wird sogar zu den drei Top-Jahren der deutschen Autoindustrie zählen. "Wenn nichts mehr schief geht, werden wir die Zielgröße von 3,55 Mill. ausgeführten Pkw übertreffen", kündigte der VDA-Präsident an. Bei der besonderen Wahrnehmung des bislang relativ schwachen Inlandsmarktes wird häufig übersehen, dass die Autoindustrie bereits mehr als 70 % ihrer Produktion im Ausland verkauft. "Wir haben uns auf den schrumpfenden Märkten in Westeuropa und Nordamerika gegen kräftigen Gegenwind durchgesetzt."

Dabei konnten sich die Anbieter der Premium-Modelle sogar den harten Rabattschlachten einigermaßen entziehen. Nach Angaben des VDA stieg der Wert der exportierten Pkw in die USA im 1. Halbjahr 2003 um 24 % auf 8,8 Mrd. ?. Die Stückzahl der gelieferten Modelle legte dagegen nur um acht Prozent zu.

Insgesamt konnte die Branche einschließlich Zulieferer in den ersten sechs Monaten ihren Umsatz um 3 % auf 104,5 Mrd. ? steigern. Damit sei die Autoindustrie nicht nur aktuell, sondern schon seit Jahren wachstumsstärker als die Chemie oder der Maschinenbau. Dies zeige auch die positive Beschäftigungsbilanz. Ende Juni waren im wichtigsten Wirtschaftszweig mit 771 600 Männer und Frauen 9000 Personen mehr beschäftigt als vor einem Jahr.

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