Hoffnungen ruhen auf Fischers diplomatischen Bemühungen
Rundfunkbericht: Israel startet Militäraktion

Als Reaktion auf den Selbstmordanschlag von Tel Aviv mit 19 Toten beabsichtigt die israelische Regierung, gegen die radikalen Palästinenserorganisationen Hamas und Dschihad mit militärischer Gewalt vorgehen. Unterdessen versucht der deutsche Außenminister Fischer weiter zu vermitteln.

dpa/afp JERUSALEM. Die israelische Regierung hat die Armee am Sonntag angewiesen, ihre offensiven Aktionen gegen Mitglieder der radikalen palästinensischen Gruppen Hamas und Islamischer Dschihad wieder aufzunehmen. Auch Operationen gegen Einrichtungen der palästinensischen Autonomiebehörde seien vorgesehen, "sobald dies effektiv" sei, und man werde "nicht nur gegen leere Gebäude vorgehen", meldete der israerlische Rundfunk am Sonntag. Zuvor hatten sich zahlreiche Palästinensergruppen gegen einen von Palästinenserpräsident Jassir Arafat ausgerufenen Waffenstillstand ausgesprochen.

Unmittelbar nach seinem Gespräch mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon am Sonntagabend hat sich Bundesaußenminister Joschka Fischer erneut auf den Weg zu Palästinenserpräsident Jassir Arafat gemacht. Fischer nimmt mit dieser Pendeldiplomatie nun ganz offensichtlich eine stärkere Vermittlerrolle im Nahost-Konflikt ein. Er sei vor Ort, und die Chance müsse man nutzen, sagte Fischer. Seinen Weiterflug nach Ägypten hat er von Montagmorgen auf Montagabend verschoben

Am Freitagabend hatte sich ein Selbstmordattentäter vor einer Diskothek in Tel Aviv in die Luft gesprengt und 19 Jugendliche mit in den Tod gerissen. Israel hatte Arafat daraufhin am Samstag eine Frist von 24 Stunden gesetzt, seinen Willen zur Einhaltung einer Waffenruhe zu beweisen. 13 Palästinenserorganisationen sprachen sich in einer Erklärung am Sonntag für eine Fortsetzung der Intifada aus, darunter auch Arafats Fatah-Organisation.

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