Hoffnungen ruhen auf Santiago Botero
In den Bergen fehlen die Helfer

Jan Ullrich will zum zweiten Mal die Tour de France gewinnen - doch der Star des T-Mobile-Teams wird in Frankreich weitestgehend auf sich allein gestellt sein.

BERLIN. Gestern war er noch einmal bei seiner Familie in Scherzingen am Bodensee. Es war der letzte Tag mit ein bisschen Ruhe, bevor das große Spektakel beginnt. "Das genieße ich noch einmal", sagte Jan Ullrich, der heute nach Lüttich reist. Dort startet am Samstag die Tour de France. In den vergangenen Jahren hatte Ullrich kurz vor der Tour noch einen letzten Leistungstest in der Uni-Klinik Freiburg absolviert. Darauf hat der fünfmalige Zweite der Frankreich-Rundfahrt in diesem Jahr verzichtet. Er fühlt sich fit für das große Duell mit Lance Armstrong, der die Tour zum sechsten Mal hintereinander gewinnen will.

Nach seiner Aufgabe beim Rennen Flèche Wallonne Ende April, den üblichen Gewichtsproblemen, der Absage der folgenden Rennen und der vierwöchigen Trainingsklausur ist der 30-Jährige rechtzeitig in Form gekommen. Das hat sein Sieg bei der Tour de Suisse vor zwei Wochen gezeigt. Doch in der Schweiz war sein Freund und Teamkollege Alexander Winokurow schwer gestürzt. Der Kasache, der 2003 hinter Armstrong und Ullrich den dritten Platz bei der Tour de France belegt hatte, fällt länger aus. Und damit die geplante Taktik, mit zwei möglichen Siegfahrern Armstrong abwechselnd zu attackieren und zu zermürben.

Die Etappen-Dramaturgie der Tour de France sieht in diesem Jahr so aus, dass eine starke Manschaft in der zweiten Hälfte in den Bergen die Siegchancen erhöht. Lance Armstrong hat sein US-Postal-Team vor allem unter diesem Gesichtspunkt zusammengestellt. Beim T-Mobile-Team wurde für Winokurow statt des eigentlich erwarteten Bergspezialisten Cadel Evans überraschend der russische Allrounder Sergej Iwanow nominiert. Evans war in den vergangenen Jahren oft gestürzt, ihm wurde wohl nicht zugetraut, es heil bis in das Gebirge zu schaffen. Die - inklusive Ullrich - neun Fahrer des T-Mobile-Teams haben nur einen Auftrag: für das große Ziel Gesamtsieg zu arbeiten.

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