Hoffnungsträger Kleintransporter
Flaute bremst Brummis aus

Schwere Sattelzüge dominieren wie eh und je die Messehallen auf der weltgrößten Nutzfahrzeugschau IAA in Hannover. Doch mitten in der seit zwei Jahre anhaltenden Branchenkrise wird der robuste, flexible und schon in der Vergangenheit am Markt höchst erfolgreiche Kleintransporter zum Hoffnungsträger der Konzerne.

HB HANNOVER. Die aktuelle Flaute bremst vor allem die schweren Brummis aus, bei den leichten Nutzfahrzeugen sprechen viele Hersteller dagegen lediglich von einer leichten Delle.

Nach Einschätzung des Leverkusener Instituts für Automobilmarktprognosen, Auto-Focus, wird der Absatz schwerer Trucks in diesem Jahr in Deutschland um 18,1 % sinken, bei den leichten Nutzfahrzeugen jedoch nur um 8 %. Und schon für das kommende Jahr rechnen die Forscher genau in diesem Segment mit einer Trendumkehr: 0,6 % Plus bei den Transportern im Gegensatz zu mehr als 4 % Minus bei Fahrzeugen über 16 Tonnen.

Licht am Ende des Tunnels sehen die Experten um den Automobilwissenschaftler Ferdinand Dudenhöffer für die Produzenten von Kleintransportern wieder spätestens ab 2005: Nach ihren Berechnungen dürfte der Absatz von leichten Lkw und Transportern dann in Deutschland um 2,6 % steigen. "Die Lkw-Maut wird dazu führen, dass das Wachstum im europäischen Nutzfahrzeugmarkt in Zukunft stärker im Segment der leichten Nutzfahrzeuge stattfinden wird", heißt es in der jüngsten Studie der Experten.

Wenn diese Prognosen eintreten, rollen in drei Jahren rund 1,85 Mill. neue Transporter auf Europas Straßen - das Niveau des Boomjahres 2000 wäre wieder erreicht. Schon in der Vergangenheit konnten die meisten Hersteller in diesem Segment im Gegensatz zu den Schwerlastern dank Nachfragebooms und Absatzplus von 15 % zwischen 1998 und 2000 ordentlich Geld verdienen. Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) kommen auf einen Brummi mit mehr als sechs Tonnen schon heute vier leichte Nutzfahrzeuge - Tendenz steigend.

Unterdessen mehren sich in der kriselnden Branche die Stimmen, die angesichts der prekären Lage eine Marktbereinigung in Europa vorhersagen. Beschränkt durch das Kartellrecht dürfte der Appetit der beiden "Großen", Daimler-Chrylser und Volvo, dabei eher gering sein. Um die restlichen Kuchenstücke streiten sich MAN, Scania, Iveco und DAF. Die wohl wichtigste Entscheidung für die Zukunft der Branche fällt dabei spätestens Ende 2003: Dann nämlich muss Volvo nach einer Kartellentscheidung der EU seinen 45,5-Prozentanteil an Scania verkauft haben.

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