Hoffnungsträger Winkler/Lohse: Eislauf-Union droht finanzieller Einschnitt

Hoffnungsträger Winkler/Lohse
Eislauf-Union droht finanzieller Einschnitt

Die Aussichten der deutschen Kufenstars für die Winterspiele in Salt Lake City sind trostlos. "Die Leistungen bei Olympia sind maßgeblich für die finanzielle Förderung unserer Sportart, und da sieht es nicht gut aus", gesteht Angela Siedenberg, Präsidentin der Deutschen Eislauf-Union (DEU), die nur mit einem Mini-Team vertreten sein wird.

dpa HAMBURG. Bisher ging es dem kleinen Verband relativ gut, denn er zehrte immer noch von der Bronzemedaille der Paarläufer Mandy Wötzel/Ingo Steuer vor vier Jahren in Nagano. Nun befürchtet die Lehrerin aus Hessen einen großen Einschnitt - die Kürzung der Bundesmittel könnte bis zu 20 Prozent betragen.

Einzige Hoffnungsträger im deutschen Eiskunstlauf sind die Berliner Eistänzer Kati Winkler/René Lohse, die vom Nationalen Olympischen Komitee (NOK) bereits nominiert worden sind. Wegen der schweren Knie-Verletzung des Sportsoldaten vor dem Grand Prix im November in Gelsenkirchen konnte das Duo bisher zwar keinen einzigen Wettkampf bestreiten. "Ich traue ihnen einen guten Kaltstart zu", meint Siedenberg über die Siebten der Weltmeisterschaften. Während der EM in Lausanne trainierten beide in ihrer Wahl-Heimat Oberstdorf. Wenn sie den vom NOK geforderten Leistungstest am 23./24. Januar überstehen, haben sie ihre Fahrkarte nach Utah in der Tasche.

Die kann Andrejs Vlascenko wieder einmal abschreiben, denn wie vor Nagano fehlt dem erfolgreichsten DEU-Läufer der vergangenen Jahre die deutsche Staatsbürgerschaft. Wegen zwei vor Jahren begangenen Verkehrsdelikten unter Alkoholeinfluss verweigert das bayerische Innenministerium dem 27-Jährigen immer noch den Pass, der bei Olympia gefordert ist. So setzt der Verband alles auf den Junioren- Weltmeister von 2000, Stefan Lindemann. Der 21-Jährige soll in diesem Winter Tuchfühlung zur Weltspitze aufnehmen und gilt als Hoffnungsträger für die Weltmeisterschaft 2004 in Dortmund.

Im Mittelpunkt der in den USA äußerst beliebten Sportart wird in Salt Lake City die viermalige Weltmeisterin Michelle Kwan stehen, die beim Saisonhöhepunkt erstmals ganz oben auf dem Treppchen landen will. 1998 schnappte ihr das 15 Jahre alte "Küken" Tara Lipinski die Goldmedaille weg, um gleich danach zu den Profis zu wechseln. Bei den US-Meisterschaften dominierte wieder einmal die anmutige 21-jährige Kwan, die jüngst für Schlagzeilen sorgte, weil sie sich im Olympia- Winter von ihrem Coach trennte. Auch die Russin Irina Slutskaja, die Kwan beim Grand-Prix-Finale schlug, lauert auf ihre Chance. Zu einer russischen Angelegenheit dürfte die Männerkonkurrenz werden, wo ein heißes Duell zwischen Weltmeister Ewgeni Pluschenko und seinem ehemaligen Trainingskollegen Alexej Jagudin erwartet wird.

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