Hoffnungsvolle Prognosen zur Hannover-Messe
Industrie blickt mit leichtem Optimismus nach vorn

Die deutsche Industrie blickt zu Beginn der Hannover-Messe mit verhaltenem Optimismus in die Zukunft. "Wir glauben, dass sich im Laufe des Jahres trotz einiger Risiken die Schatten verflüchtigen werden", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Michael Rogowski.

wiwo/ap HANNOVER. Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte am Montag mit seinem traditionellen Rundgang die Messe für Besucher eröffnet und sich zuversichtlich zur konjunkturellen Entwicklung geäußert. Vor allem im zweiten Halbjahr werde "die wirtschaftliche Situation deutlich besser".

Die Vorzeigebranche der heimischen Wirtschaft, der Maschinenbau erwartet im laufenden Jahr zwar einen Produktionsrückgang von zwei Prozent, sieht aber "konkrete Hinweise darauf, dass wir die Talsohle durchschritten haben", wie der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA), Diether Klingelnberg erklärte.

Rogowski nannte als Risiken für den Aufschwung den Nahostkonflikt, den Stahlstreit mit den USA und den Tarifkonflikt. Er erwartet für 2002 ein Wachstum von 0,75 Prozent bis ein Prozent. Entscheidend für den Aufschwung sei die Entwicklung in den USA.

Unterdessen wird das Wachstum in Deutschland nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds in diesem Jahr etwas stärker ausfallen als zunächst erwartet. Die Experten rechnen mit einem Plus von 0,9 Prozent, nachdem sie zunächst 0,7 Prozent prognostiziert hatten, wie das "Handelsblatt" berichtete.

Der BDI-Präsident wies darauf hin, dass in den so genannten Vorleistungsindustrien wie Grundstoffchemie oder Metallen bereits ein deutliches Wachstum zu spüren sei. Gleichzeitig sei bei den Ausrüstungsinvestitionen aber noch kein Anspringen zu sehen, weil die Kapazitätsauslastung noch zu gering sei. Düster sieht es nach BDI-Angaben weiterhin bei der Bauwirtschaft aus: Nach einem Rückgang von sechs Prozent im Jahr 2001 erwartet die Branche laut Rogowski 2002 ein Minus von zwei bis drei Prozent.

Warnungen vor zu hohem Tarifabschluss

Rogowski geht davon aus, dass es in der laufenden Tarifrunde keinen Streik geben wird. Allerdings werde der Abschluss zu teuer für mehr Beschäftigung. Er rechne damit, dass es wegen des Abschlusses weitere Rationalisierungen geben werde. Ein Abschluss von beispielsweise 3,3 Prozent liege ein Prozent zu hoch.

Auch VDMA-Präsident Klingelnberg warnte vor den Gefahren eines zu hohen Abschlusses. "Nur ein moderater, am Produktivitätsfortschritt orientierter Abschluss, kann ein positives Signal setzen, um die im Inland bestehende Investitionszurückhaltung zu überwinden", sagte er. Ein über dem Produktivitätsfortschritt von zwei bis 2,5 Prozent liegender Lohnabschluss könne den Personalbestand gefährden.

Nach Verbandsangaben war 2001 mit einem Umsatz von 133 Milliarden Euro das bisher erfolgreichste Jahr des deutschen Maschinenbaus, der rund 900.000 Menschen beschäftigt. Das Produktionswachstum habe zwei Prozent betragen. Für das laufende Jahr ist der Industriezweig laut Klingelnberg "trotz mancher Unwägbarkeiten zuversichtlich". Er gehe davon aus, dass "bis zur Jahresmitte die Maschinenorders wieder anziehen". Das gelte vor allem für den Export.

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