Hohe Dynamik
Neuer Markt bleibt im Plus

Wegen eines deutlich besser als erwartetet ausgefallenen Ergebnisses des US-Computerherstellers Hewlett-Packard und getrieben von in den Markt strömender Liquidität hat das Wachstumswertesegment der Deutschen Börse seinen kurzfristigen Aufwärtstrend auch am Mittwoch fortgesetzt.

Reuters FRANKFURT. "Hewlett-Packard hilft uns tagesaktuell. Aber generell ist der Anstieg liquiditätsbedingt. Es gibt viele Anleger und Fonds, die in den Aufwärtstrend hinein einsteigen", sagte ein Händler. Aus technischer Sicht habe der Auswahlindex Nemax50 noch Luft bis über 1 300 Punkte, sagte ein technischer Analyst.

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index legte bis zum Nachmittag 2,94 % auf 1 138 Punkte zu. Der Auswahlindex Nemax50 kletterte um 3,94 % auf 1 200 Zählern. Zeitweise hatte dieser Index bereits fast sechs Prozent gewonnen, bevor Händlern zufolge Gewinnmitnahmen einsetzten. Schon am Vortag hatte sich der Nemax50 um 4,9 % erhöht. In den USA tendierte die Technologiebörse Nasdaq gut behauptet bei 1 895 Punkten.

Der Neue Markt sei zwar weiter im überkauften Zustand. "Solange wir aber keinen Dynamikverlust sehen, ist nicht mit einer Trendumkehr zu rechnen", sagte Klaus Tafferner, technischer Analyst beim Handelshaus Concord Effekten. Der nächste Widerstand liege bei 1 310 Punkten. "Das ist in vier Tagen möglich", sagte Tafferner. Danach sei erst wieder der Bereich 1 560 bis 1 610 Punkten eine sehr wichtige Widerstandszone. Am Mittwoch stieg der Nemax50 zeitweise auf 1224 Zähler und damit den höchsten Stand seit Anfang August.

Consors im Blickpunkt

In den USA wies Hewlett-Packard am Mittwoch ein deutlich besser als erwartetes Quartalsergebnis aus. Statt der von Analysten geschätzten acht US-Cents Gewinn je Aktie fiel der Gewinn im abgelaufenen Quartal mit 19 Cents überraschend hoch aus. Die Aktie stieg in New York um knapp 11 %. Auch die deutlich besser als erwartet ausgefallenen Einzelhandelsumsätze in den USA im Oktober beflügelten Händlern zufolge die Märkte.

Im Mittelpunkt des Handels am Neuen Markt standen die Papiere der Direktbank Consors , die sich um mehr als 7 % auf 13,81 Euro verteuerten. Die SchmidtBank will nach eigenen Angaben noch vor dem Jahresende einen Teil des verlustreichen Investment-Geschäfts ihrer Tochtergesellschaft Consors in das eigene Haus integrieren. "Das Privatkundengeschäft von Consors Capital soll zur SchmidtBank kommen", bestätigte eine Sprecherin der fränkischen Regionalbank einen Medienbericht. Am Dienstag hatte Consors für die ersten neun Monate 2001 einen Verlust nach Steuern von 61 Mill. Euro ausgewiesen.

T-Online , der schwerste Wert des Neuen Marktes, legte mehr als 6 % zu. Händler verwiesen auf die starken Kursgewinne der Muttergesellschaft. Die Deutsche Telekom gewann im Dax mehr als drei Prozent. Der Konzern erhält nach eigenen Angaben für geleistete Vorauszahlungen eine Steuerrückerstattung in Höhe von rund 1,4 Mrd. Euro.

"Der Schuh des Manitu" hilft Constantin Film

Der Münchener Filmproduzent und-verleiher Constantin Film hat im dritten Quartal 2001 mit dem Kinohit "Der Schuh des Manitu" wieder deutlich schwarze Zahlen geschrieben und damit die Verluste des ersten Halbjahres 2001 mehr als ausgeglichen. Daraufhin stieg die Aktie um mehr als 11 % auf 7,20 Euro. Allerdings gehen die Analysten von ABN Amro davon aus, dass der teuerste Film der Gesellschaft im vierten Quartal - Bandits mit dem Schauspieler Bruce Willis - für Verluste sorgen wird.

Broadvision stieg um über 11 % auf 3,35 Euro. Meldungen aus dem Unternehmen lagen nicht vor. An der Nasdaq, wo der Softwarehersteller auch gelistet ist, legten die Papiere mehr als zwölf Prozent zu.

Gegen den starken Markttrend gaben die Titel von Carrier 1 fast 16 % auf 1,43 Euro nach. Am Morgen hatte der Telekommunikationsdienstleister mitgeteilt, im dritten Quartal den Nettoverlust auf 495,1 Mill. $ von lediglich 30,6 Mill. $ ausgeweitet zu haben. Auch im kommenden Jahr sei mit einem negativen Ergebnis (Ebitda) und höchstens stagnierenden Umsätzen zu rechnen.

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