Hohe Energiekosten treiben die Preise
Verbraucherpreise in der Euro-Zone um 2,4 Prozent gestiegen

dpa-afx BRÜSSEL/DÜSSELDORF. Vor allem wegen der hohen Energiekosten sind die Verbraucherpreise in der Euro-Zone im Juli um 2,4 %;gestiegen und liegen damit weiter auf dem höchsten Stand seit der Einführung der Gemeinschaftswährung. Wie das EU-Statistikamt Eurostat am Freitag in Brüssel mitteilte, lag die auf ein Jahr berechnete Inflationsrate damit auf demselben Niveau wie im Juni. Im Mai hatte die Rate bei 1,9 % gelegen und damit gerade noch innerhalb des Wunschkorridors der Europäischen Zentralbank (EZB) von höchstens 2 % . Bei dem nach EU-einheitlichen Maßstäben berechneten Verbraucherpreisindex betrug die Preissteigerung in den größten Euro-Staaten Deutschland und Frankreich genau 2,0 %. Im Juli 1999 waren die Verbraucherpreise in den elf Staaten der Währungsunion um 1,1 % gestiegen. Das Finanzhaus HSBC Trinkaus & Burkhardt erklärte in Düsseldorf, angesichts des hohen Ölpreises werde es zunehmend wahrscheinlich, dass das mittelfristige Inflationsziel der EZB in diesem Jahr übertroffen und die Notenbank die Leitzinsen anheben werde. Im ersten Halbjahr habe die Preissteigerung bei durchschnittlich 2,1 % gelegen. Vor allem wegen der Ölpreisentwicklung werde der Inflationsanstieg unterschätzt. EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing hatte zuletzt erneut vor Risiken für die Preise gewarnt und dabei außer den Ölpreisen auch die Schwäche des Euro-Wechselkurses genannt. Öl wird international in Dollar abgerechnet. HSBC Trinkaus & Burkhardt zufolge kletterten die Ölpreise in Euro umgerechnet im Juli um 65 %, nachdem die Steigerung im Januar sogar 150 % betragen hatte. In der gesamten Europäischen Union aus 15 Staaten legten die Preise im Juli verglichen mit dem Vorjahr um 2,2 % zu. Die Statistiker stellten dabei große Unterschiede fest: Am stärksten kletterten die Preise im Euro-Staat Irland mit 5,9 % , Schlusslichter waren die Euro-Außenseiter Großbritannien mit einer Inflationsrate von nur einem Prozent und Schweden mit 1,3 %. Unter den Euro-Ländern standen Deutschland und Frankreich sowie Österreich mit 2 % noch am besten da. Beim künftigen Euro-Mitglied Griechenland und in Italien legten die Preise um 2,6 % zu. Bei den übrigen Staaten variierte die Inflationsrate zwischen 2,8 % in Dänemark und den Niederlanden sowie 4,7 % in Luxemburg. Zum Vergleich verwies Eurostat auf die Preissteigerungen von 2,0 % in der Schweiz und 3,5 % in den USA. Die dortigen Indizes seien aber wegen der unterschiedlichen Grundlagen nicht miteinander zu vergleichen, betonte das in Luxemburg ansässige Amt.

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