Hohe Erkennungsrate bei Prostatakrebs
Kleiner Mikrowellen-Detektor erkennt Tumore

Italienische Wissenschaftler haben einen handlichen Detektor zur Erkennung von Krebs-Tumoren entwickelt. Die Untersuchung funktioniert ähnlich wie der Sicherheitscheck auf dem Flughafen.

HB/dpa LONDON. Italienische Wissenschaftler haben einen handlichen Detektor zur Erkennung von Krebs-Tumoren entwickelt. Die einfache Untersuchung funktioniere ähnlich wie der Sicherheitscheck auf dem Flughafen, berichtet das britische Fachmagazin "New Scientist" in seiner aktuellen Ausgabe.

Das Trimprobe (kurz für Tissue Resonance Interferometer) getaufte Gerät hat die Form einer Chipsdose, wird am Körper entlanggeführt und entsendet dabei Mikrowellen mit Frequenzen zwischen 400 und 1350 Megahertz. Das Signal ist mit weniger als 100 Milliwatt schwächer als das eines schnurlosen Telefons. Biologisches Gewebe wird Vedruccio zufolge von der Mikrowellenstrahlung angeregt, selbst Strahlung auszusenden, die sich mit dem Originalsignal überlagert. Die dabei entstehenden Muster (Interferenzen) werden von einer Antenne aufgenommen.

Physiker Clarbruno Vedruccio von der Universität Bologna benutzt dazu ein Mikrowellen-Verfahren, das er ursprünglich für das Orten nicht-metallischer Landminen entwickelt hat. In ersten Tests erkannte der Detektor 66 bis 93 Prozent der Tumore. Vedruccio und sein Team stellten fest, dass Tumore anders als gesundes Gewebe bei rund 400 Megahertz besonders starke Interferenzen erzeugen. Die Forscher vermuten, dass dies mit unterschiedlichen elektrischen Eigenschaften von gesundem und Tumorgewebe zusammenhängt.

In klinischen Versuchen im San Carlo Borromeo Hospital in Mailand konnten mit dem Scanner sogar 93 Prozent der Prostatakrebsfälle bestimmt werden, die später durch eine Biopsie bestätigt wurden. "Der Scanner scheint ideal für ein Massenscreening zu sein, weil er schnell ist, nicht-invasiv und hoch sensibel", berichtet der Urologe und Versuchreihenleiter Carlo Bellorofonte. Bei einer zweiten Studie mit 200 Frauen am Europäischen Onkologie-Institut in Mailand erkannte das Gerät 66 Prozent der Brustkrebsfälle. Weitere Tests sollen nun die Eignung für Lungen-, Magen-, oder Leberkrebs untersuchen.

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