Hohe Erwartungen an SMS-Nachfolger
Die Handy-Zukunft ist multimedial

Mit dem Multimedia Messaging Service (MMS) können bunte Grußkarten, Film-Trailer sowie Pop-Songs von Handy zu Handy verschickt werden. Die Mobilfunkbetreiber wittern volle Kassen. Welche Handys die Technik beherrschen und was es kostet.

nie DÜSEELDORF. Die Mobilfunk-Industrie verspricht sich viel vom neuen MMS-Dienst: "Die Zukunft hat begonnen, Multimedia-Nachrichten werden ein Renner", so Jürgen Kuczkowski, Vorsitzender der Geschäftsführung von Vodafone D2, beim offiziellen Startschuss des Datendienstes MMS am vergangenen Donnerstag. Vodafone hat damit als erster deutscher Netzbetreiber die MMS an den Start gebracht - und das drei Monate früher als geplant. Hauptkonkurrent T-Mobile will diesen Schritt erst im Sommer gehen.

Vorgänger der MMS ist der Short Messaging Service - besser bekannt als SMS. Und dieser hat eine rasante Erfolgsgeschichte hinter sich. Allein in Westeuropa werden laut einer Studie von Frost & Sullivan jährlich 186 Milliarden Kurznachrichten via Handy verschickt. Bezogen auf den durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer machen SMS-Botschaften heute zehn Prozent des gesamten Umsatzvolumens der Netzbetreiber aus - Tendenz steigend. Damit hat der Dienst sämtliche Erwartungen der Anbieter übertroffen.

Von den multimedialen Botschaften versprechen sich alle Beteiligten einen noch größeren Boom. Immerhin wurde der Service im Vergleich zu den bisherigen Kurznachrichten nicht nur textlich aufgepeppt. MMS-Botschaften dürfen bis zu 100 KiloByte (100 000 Zeichen Text) lang sein und neben dem Text noch Bilder, Töne sowie Videos in Farbe enthalten. Zum Vergleich: SMS-Botschaften sind rein Text-basiert und maximal 160 Zeichen lang (also 160 Byte).

Die technischen Möglichkeiten der neuen Multimedia-Nachrichten sind also vielversprechend - bunte Grußkarten, Film-Trailer sowie Pop-Songs können mit MMS von Handy zu Handy geschickt werden. Mit einer rasanten Verbreitung ist derzeit aber noch nicht zu rechnen. Preis und Verfügbarkeit müssen erst stimmen.

Zunächst gibt es nur ein MMS-fähiges Handy zu kaufen: Das Ericsson T68i. Marktführer Nokia wird sein Multimedia-Handy 7650 mit eingebauter Digitalkamera erst in Kürze ausliefern. Ähnliches gilt für die Konkurrenz. Die Unternehmensberatung Frost & Sullivan rechnet damit, dass frühestens 2005 der Multimedia Messaging Service für die breite Masse zugänglich ist. Dann allerdings wird der SMS-Boom nach Ansicht der Unternehmensberater rückläufig sein und MMS zunehmend in der Vordergrund rücken.

Große Unbekannte beim Thema Multimedia-Nachrichten war bislang der Preis. SMS-Nachrichten kosten den Absender etwa 8 bis 20 Cent - abhängig vom Tarif. Bunte Bildchen, ganze Songs oder lange Texte via MMS zu versenden wird deutlich teurer. Bis zum 31. Juli dieses Jahres dürfen Vodafone-D2-Kunden zwar noch kostenlos Bilder und Botschaften via MMS verschicken. Doch nach der Testphase geht?s ans Portemonnaie. Jede einzelne MMS-Nachricht mit bis zu 30 Kilobyte Länge (mehr ist bei Vodafone zunächst nicht möglich) wird dann 39 Cent zur Handy-Rechnung beisteuern.

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