Hohe Gehälter belasten die Gewinne der Finanzhäuser
Investmentbanker verzweifelt gesucht

Gute Führungs- und Nachwuchskräfte sind im Investment Banking extrem gesucht. Die Gehälter schießen in die Höhe.Für die Banken wird es schwierig, lukrative Geschäftsfelder auszubauen.

FRANKFURT/M. Investmentbanken können glänzend verdienen - vorausgesetzt, ihre Büros sind voll besetzt mit guten Mitarbeitern. Das ist nicht der Fall: Intensiv suchen Banken nach qualifizierten Mitarbeitern.

Besonders eng ist der Markt in den Geschäftsfeldern Fusionen und Übernahmen (M&A), Börseneinführungen (IPO), Private Equity/Venture Capital (Eigenkapitalbeteiligungen) und Asset Management. "Der Bedarf ist extrem, die Gehälter liegen oft außerhalb vernünftiger Grenzen", sagt Arnaud Mende, Managing Director Financial Services der Personalberatung Russell Reynolds. "Spitzengehälter liegen weit im zweistelligen Millionenbereich und können 40 Millionen Mark inklusive Boni erreichen." Andreas Halin, für das Investmentbanking verantwortlicher Partner bei Egon Zehnder in Frankfurt, prognostiziert: "Der Boom hält in den meisten Geschäftsfeldern an, der Personalengpass wird bleiben."

In puncto Gehalt sind die klassischen Investment Banker (M&A, IPO, Aktien- und Anleihemärkte) die Stars der Branche. Der Unterschied zum vermögenden Privatkundengeschäft (Private Banking) ist krass. Während im Investment Banking ein Bonus bis zum Fünffachen des Festgehalts gezahlt werde, sei im Private Banking nach wie vor nur ein Bonus von maximal 100 % üblich. "Ein Senior Private Banker verdient inklusive Boni weniger als die Hälfte eines Senior Investment Bankers", sagt Halin. Bei Führungskräften würden sich die Gehälter künftig angleichen müssen, doch auf mittlerer Ebene würden die Unterschiede vermutlich bleiben.

Als Grund für den turbulenten Personalmarkt sehen Headhunter auch das Ausbildungsdefizit der Banken. "Ein perspektivisches Personal Management fehlt oft", sagt Tiemo Kracht, Partner bei Ray & Berndtson. Die Banken bauen keinen Pool qualifizerter Mitarbeiter auf, aus dem sie bei Bedarf schöpfen können. Sie verlieren Zeit, weil sie bei der Neubesetzungen und dem Aufbau neuer Geschäftsfelder die Hilfe von Headhuntern suchen müssen. Hinzu kommt die Standortkonkurrenz Frankfurt/London. "Wer gut genug ist, um es sich aussuchen zu können, geht nach London", sagt ein Headhunter. Mende sagt, beide Standorte lägen etwa gleichauf. Er beobachte jetzt die Tendenz, dass Banken ihr Corporate-Finance-Geschäft und vor allem das Equity Sales nach Frankfurt verlagerten. Allerdings sind die Steuern in Frankfurt deutlich höher, deshalb sind Führungskräfte nur mit deutlichem Gehaltszuschlag über den Ärmelkanal zu bewegen.

Ein Loch in der Personaldecke scheint gestopft: Führungskräfte, die zu Start-ups gewandert sind, kommen zurück, beobachtet Headhunter Kracht. Der Ausflug wird honoriert: "Sie waren selbst als Unternehmer aktiv, kennen die Technologiebranchen, ihre Akteure und die spezifischen Probleme. Das ist im Investment Banking enorm wertvoll."



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