Hohe Investitionskosten
Evotec senkt Geschäftsziele deutlich

Das Biotechnologieunternehmen Evotec hat seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr deutlich gesenkt und will nun ein Jahr später als geplant die Gewinnzone erreichen.

Reuters FRANKFURT. Evotec werde die Gewinnzone auf Basis des Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erst 2003 erreichen und gehe für 2002 von einem Ebitda von minus 3 bis minus 6 Mill. Euro aus, teilte die im Nemax 50 gelistete Gesellschaft am Mittwoch mit. Grund sei, dass die Investitionen in Forschung und Entwicklung weiterhin hoch seien, die Chemieproduktionsanlage von Evotec in Abingdon mit einem hohen Fixkostenanteil aber nicht voll ausgelastet sei. Ursprünglich wollte Evotec bereits 2002 ein positives Ebitda erwirtschaften. Der Umsatz werde im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich um acht bis 14 % statt wie zuvor erwartet um 20 bis 30 % zulegen.

Die Evotec-Aktie verlor im frühen Handel zeitweise fast 23 % auf 2,13 Euro.

Kunden halten Aufträge zurück

In den ersten neun Monaten 2002 hat Evotec seinen Umsatz um 20 % auf 47,4 Mill. Euro gesteigert und lag damit am unteren Rand der eigenen Erwartungen. Angaben zum Ergebnis der ersten neun Monate machte das Unternehmen nicht. Da einige Kunden zur Liquiditätssicherung Aufträge zurückhielten, erwarte Evotec "eine Zeit geringeren Marktwachstums". "Verspätete Auftragseingänge führten daher zu der Entscheidung, unsere Ziele anzupassen", teilte Evotec mit. Vertragsverzögerungen hätten zu einer Umsatzverschiebung in das Jahr 2003 geführt. Evotec halte aber nach wie vor an seine Einschätzung fest, dass mittelfristig ein Umsatzwachstum von 20 bis 30 % pro Jahr wahrscheinlich ist. Mit einem gesicherten Umsatz von mehr als 66 Mill. Euro sowie auf Basis des aktuellen Standes der Vertragsverhandlungen sei Evotec zuversichtlich, 2002 einen Umsatz von 68 bis 72 Mill. Euro erzielen zu können. 2001 hatte das Unternehmen einen Umsatz von 63,2 Mill. Euro und ein Ebitda von minus 1,0 Mill. Euro ausgewiesen.

Evotec: Wir brauchen kein neues Kapital von der Börse

Zum Ende des dritten Quartals verfügte das Unternehmen nach eigenen Angaben über liquide Mittel von 15 Mill. Euro. Auf Grundlage der Vertragsverhandlungen und Maßnahmen für Kosteneinsparungen und Kapazitätsanpassungen sei Evotec zuversichtlich, kein weiteres Kapital für die Einhaltung seines Geschäftsplanes von der Börse zu benötigen. Auf Basis der aktuellen Prognosen werde der Liquiditätsbestand zum Jahresende auf den Niveau des dritten Quartals bleiben. Evotec kündigte an, sich von etwa 30 der derzeit mehr als 600 Mitarbeiter trennen zu wollen.

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