Hohe Kosten bei schwacher Rendite
Indexnahe Aktienfonds: Teuer aber im Trend

Von den meisten Aktienfonds haben viele Anleger erst einmal genug. Indexnahe Aktienfonds sind dagegen im Trend.

ap/wiwo DÜSSELDORF. Sie versuchen einen Aktienindex nachzubilden wie etwa den deutschen Dax, den europäischen EuroStooxx50 oder den amerikanischen Dow Jones. Schmerzliche Ausreißer soll es mit der Orientierung an diesen Messlatten nicht geben. Doch der Kauf von Indexfonds ist auch keine Garantie für sorgenfreie Nächte, wie Aktionärsschützer betonen.

Die meisten schneiden sogar eindeutig schlechter ab als der Markt, an dem sich orientieren, wie Holger Ullrich vom Börsen-Journal "Wertpapier" der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) kritisiert.

So mancher Fondsmanager schaffe es, bei fallenden Kursen noch viel schlechter als der Markt zu sein. Für ein solch mageres Ergebnis sei das Produkt einfach zu teuer, die Ausgabeaufschläge und Verwaltungsprovisionen der Fondsgesellschaften zu hoch. Ullrichs knappes Urteil: "Überflüssig."

Ähnlich deutlich fällt auch die Einschätzung der Spezialisten von "Finanztest" aus. Dafür, dass die Fondsmanager keine eigenen Ideen entwickeln, sondern lediglich Aktien gemäß der Index-Zusammensetzung kauften, seien die Kosten fürs "aktive Management" recht happig. Einer der schlechten Fonds habe es geschafft, in den vergangenen fünf Jahren gleich 22,9 Prozent jährlich gegenüber dem Index abzufallen. Mit dem Besten hätten Anleger allerdings immerhin 11,3 Prozent gut gemacht.

Zertifikate sind Schuldverschreibungen

Die Strategie, auf einen Indexverlauf an der Börse zu setzen, ist für vorsichtige Anleger grundsätzlich empfehlenswert, wie Peter Grieble, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Stuttgart findet.

Verbraucher- wie Aktionärsschützer raten allerdings, statt auf gemanagte Fonds lieber so genannte Indexprodukte zu kaufen. Diese Alternativen sind viel billiger zu haben. Sie bilden ebenfalls einen Aktienmarkt nach, entwickeln sich zwar nie deutlich besser, dafür aber auch nie schlechter als der Markt - was bei gemanagten Fonds ja durchaus passieren kann.

Die bekannteste Indexanlage ist das Zertifikat. Dabei handelt es sich um Schuldverschreibungen. Das heißt: Der Investor kauft weder Aktien noch Fondsanteile, sondern verleiht sein Geld, und zwar demjenigen, der die Zertifikate ausgibt. Und das sind in der Regel die Banken. Die während der Laufzeit normalerweise gebührenfreien Zertifikate sind auf fast alle Leitindizes zu haben, also auch auf den DAX, auf andere Länderindizes, den weltweiten MSCI oder sogar auf bestimmte Branchen. Vom japanischen Vergleichsindex, dem Nikkei, sollte man zurzeit jedoch am besten ganz die Finger lassen. Da war bereits in den letzten fünf Jahren nichts zu holen, betont "Finanztest".

Wie sich Zertifikate entwickeln, kann jeder ganz einfach nachvollziehen. Wer es auf die Minute genau wissen will, kann unter anderem ins Orderbuch der Berliner Börse unter www.berlinerboerse.de schauen.

Die Kauf- und Verkaufsgebühren für Zertifikate liegen bei einem Prozent vom Kurswert. Sie sind bei fast allen Banken identisch. Zum Vergleich: Gemanagte Indexfonds kosten rund vier bis fünf Prozent Ausgabeaufschlag sowie etwa zwischen 0,9 bis 1,25 Prozent an jährlichen Management-Gebühren.

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