Hohe Nachfrage nach kapitalgarantierten Zertifikaten
Garantie ist gefragt

Risiken minimieren, Zinsen kassieren und obendrein von steigenden Aktienmärkten profitieren - kapitalgarantierte Zertifikate kommen diesen Anleger-Wünschen nach. Ensprechend gefragt sind die Produkte.

Das Jahr 2004 wird als das erfolgreichste Jahr für kapitalgarantierte Zertifikate gesehen: Niemals zuvor flossen so viele Gelder in diese Zertifikateklasse. Dazu beigetragen haben viele Faktoren: Große Kurssteigerungen an den Aktienmärkten waren eher die Ausnahme als die Regel, der Gesamtmarkt ist nicht deutlich gestiegen. Große Risiken wollten Anleger auch nicht eingehen: Zu sehr schmerzten noch die Erfahrungen des Neuen Marktes und des Börsencrashs der Jahre 2000 bis 2003.

Diese Zeiten haben Anleger vorsichtig werden lassen: 100 Prozent Rendite wie damals erwartet heute keiner mehr, die Erwartungen sind wieder auf ein vernünftiges Niveau zurückgekommen. Doch viele Anleger trauen den Märkten noch nicht wirklich: Zu groß ist die Angst vor einem weiteren deutlichen Kursrückgang. Und genau hier setzt die Zertifikate-Branche mit kapitalgarantierten Produkten an.

Das Erfolgsgeheimnis ist dabei denkbar einfach: Am Ende der Laufzeit erhalten Anleger auf jeden Fall das eingesetzte Kapital zurück. Zusätzlich gibt es meist einen Mindestkupon, der unter den marktüblichen Zinsen liegt. Und schließlich kommt das Schmankerl eines jeden garantierten Produktes: Anleger erhalten über eine Option die Möglichkeit, einen Zins zu erhalten, der deutlich über dem Marktdurchschnitt liegt.

Bestes Beispiel ist die jüngst emittierte "Nikolaus-Anleihe": Sofern die Aktien des Korbes langfristig steigen, winken Kupons von bis zu acht Prozent. Das Ergebnis: Die Produkte vereinen viele Wünsche der Anleger: kein Risiko, dennoch Zinsen und am besten noch von steigenden Aktienmärkten profitieren.

Doch Allheilsbringer sind diese Produkte nicht: Wer eine Rendite über Marktdurchschnitt erzielen möchte, der muss auch gewisse Risiken eingehen. Ein Risiko bei diesen Produkten ist ebenfalls vorhanden. Der Anleger könnte eben nicht den maximalen Kupon erhalten, sondern nur den Mindestkupon.

Doch dieser Fakt hat wie vieles im Leben zwei Seiten: Der Mindestkupon ist im Vergleich zu einer Bundesanleihe geringer. Der Vergleich mit dem weit verbreiteten Sparbuch oder Geldmarktfonds kann sich aber durchaus sehen lassen: Mehr als zwei bis zweieinhalb Prozent sind dort selten drin. Bei den Zertifikaten sind aber drei Prozent häufig die Mindestausstattung.

Und wer nun noch auf das richtige Pferd setzt, kann ohne großes Risiko einen attraktiven Zins einstreichen. Die Palette reicht dabei von Produkten, die von steigenden Kursen profitieren, bis zu solchen, die von einer zunehmenden Schwankungsbreite profitieren. So kann jeder auf seine Meinung setzen und unter Umständen einen hohen Kupon realisieren.

Vergessen darf man allerdings eines nicht: Produkte, die dem Anleger einen Kupon über dem Marktzins garantieren, gibt es nicht. Wer aber die richtige Erwartung hat, kann, ohne seinen Einsatz zu gefährden, hohe Renditen erzielen.

Der Autor ist Zertifikate-Experte der Deutsche Bank AG Frankfurt (Global Equity Derivatives / Structured & Investment Products)

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