Hohe Rabatte und Preissenkungen
US-Autoriesen unter Druck ausländischer Konkurrenz

Die drei Großen der US-Autobranche - General Motors (GM) und die Daimler-Chrysler-Tochter Chrysler Group - sehen sich einem immer stärkerem Druck der Konkurrenten aus Fernost und Europa ausgesetzt.

dpa-AFX NEW YORK. Ausländische Anbieter wie Toyota, Honda, Nissan und Volkswagen nehmen ihnen mit einer wahren Flut attraktiver und preisgünstiger Modelle die Kunden ab. Sie haben bei Personenwagen inzwischen einen US-Marktanteil von rund 50 Prozent, importieren in großem Stil und bauen jährlich Millionen Autos in einem Dutzend nordamerikanischer Autofabriken.

Die amerikanischen Luxusauto-Marken Lincoln (Ford) und Cadillac (GM) liegen im heimischen Markt weit abgeschlagen hinter Lexus (Toyota), BMW und Mercedes auf Platz vier und fünf. Infiniti (Nissan), Audi und Porsche sowie Jaguar, Volvo und Land Rover (alle drei Ford) und Saab (GM) sind im US-Automarkt ebenfalls sehr erfolgreich.

Bei Luxuswagen liegt der Anteil von Cadillac und Lincoln nur noch bei 24,5 Prozent. Die europäischen Anbieter halten 42,3 Prozent und die Japaner 33,2 Prozent Marktanteil. Die Südkoreaner machen vor allem mit billigen Klein- und Mittelklassewagen Furore.

Ausländer dringen in neue Marktbereiche vor

Jetzt drängen die ausländischen Firmen aber auch immer weiter bei den lukrativen Minivans, Geländewagen und Pickups vor, mit denen die drei Großen bisher das große Geld verdient hatten. Diese Fahrzeuge machen die Hälfte des gesamten US-Autoabsatzes aus. GM, Ford und Chrysler liefern sich dabei auch untereinander harte Preisschlachten.

Die hohen Rabatte und auch Preissenkungen der US-Anbieter belasten aber deren Gewinne beträchtlich. Die schlechte US-Wirtschaftslage, der jahrelange Höhenflug des Dollar und Überkapazitäten machen GM, Ford und Chrysler ebenfalls zu schaffen. Sie versuchen, die Kosten durch billigeren Einkauf von Teilen, Entlassungen und Umstrukturierungen um etliche Milliarden Dollar zu senken.

Wall Street-Analysten rechnen für dieses Jahr mit einem US-Gesamtabsatz aller in- und ausländischen Firmen von etwa 16,5 Millionen Autos nach einem Rekordverkauf von 17,4 Millionen im Vorjahr. Im kommenden Jahr dürften es nur noch 15,8 Millionen Fahrzeuge sein. Der Autoabsatz der drei Großen ist in diesem Jahr bisher um etwa neun Prozent gesunken, während die ausländischen Anbieter um vier Prozent zulegen konnten. Der US-Marktanteil von GM, Ford und Chrysler sank seit 1995 auf 63,5 Prozent.

Branchenführer GM hofft jetzt auf die Hilfe des ehemaligen Chrysler - Präsidenten Robert Lutz, der sich im Alter von 69 Jahren noch einmal bereit erklärte, die Leitung der GM-Produktentwicklung zu übernehmen und die Modellpalette attraktiver zu machen. Ford leidet unter dem Rückruf von 13 Millionen Firestone-Reifen sowie Qualitäts- und Produktionsproblemen. Der Reifenrückruf kostete Ford bereits Milliarden. Ford setzte den ehemaligen Europachef Nick Scheele als Sanierer der schwachen Nordamerika-Sparte ein.

Chrysler will mit Massenentlassungen und drastischen Kostensenkungen die eigenen Milliardenverluste überwinden. Neue Chrysler-Erfolgsmodelle wie der kleine Jeep Liberty und der PT Cruiser helfen. Chrysler konnte damit jedoch bisher die Rückschläge bei den anderen Pkw-Modellen sowie den enorm wichtigen Minivans, Pickups und größeren Jeep-Typen nicht aufwiegen.

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