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Hohe Radonwerte in Wohnungen steigern LungenkrebsrisikoDPA-Datum: 2004-06-29 16:46:30

Salzgitter (dpa) - Das aus dem Erdboden stammende radioaktive Edelgas Radon kann das Lungenkrebsrisiko in Wohnungen um bis zu 40 Prozent erhöhen. Das hat das Münchner GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit bei Untersuchungen für das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) herausgefunden.

Salzgitter (dpa) - Das aus dem Erdboden stammende radioaktive Edelgas Radon kann das Lungenkrebsrisiko in Wohnungen um bis zu 40 Prozent erhöhen. Das hat das Münchner GSF für Umwelt und Gesundheit-Forschungszentrum bei Untersuchungen für das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) herausgefunden.

Radon, das durch den radioaktiven Zerfall von Uran entsteht, sei neben dem Rauchen ein entscheidender Faktor für das Lungenkrebsrisiko, teilte das Bundesamt am Dienstag in Salzgitter mit. Das Vorkommen von Uran im Erdboden hänge von den jeweiligen geologischen Gegebenheiten ab. Die Radonbelastung in Wohnungen sinkt mit dem Stockwerk und spielt nach Auskunft des GSF in höheren Etagen meist keine entscheidende Rolle mehr.

Für die Studie verglichen die Wissenschaftler die Radonkonzentrationen in den Wohnungen von knapp 3000 Lungenkrebspatienten in verschiedenen Regionen Deutschlands mit denen von mehr als 4000 Gesunden. Zusätzlich wurden in mehr als 9000 Wohnungen Messungen gemacht. Der mittlere ermittelte Radonwert lag dabei in den alten Bundesländern bei 50 und in den neuen Ländern bei 75 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft. Der Mittelwert bei den Wohnungen mit erhöhter Konzentration betrug 251 Becquerel pro Kubikmeter, der höchste gemessene Wert lag bei 3000.

Aus den Zahlen sei abzuleiten, dass eine Zunahme der Radonkonzentration von 100 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft das Lungenkrebsrisiko um zehn Prozent erhöhe. Deshalb sollten Wohnungen von einer Belastung von 100 Becquerel pro Kubikmeter an saniert werden, riet BfS-Präsident Wolfram König. Auf Bundesebene liefen zurzeit die Vorbereitungen für eine entsprechende gesetzliche Regelung. Wandabdichtungen und Zwangsbelüftungen könnten die Radonbelastung senken.

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