Hohe Restrukturierungskosten
Formel-1-Engagement hält EM.TV in den roten Zahlen

Der finanziell angeschlagene Filmrechtevermarkter EM.TV hat am Freitag seinen verspäteten Halbjahrsbericht vorgelegt. Für den Zeitraum von Januar bis Juni weist die Bilanz ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von minus 127 Mill. DM (64,9 Mill. ?) aus.

ddp MÜNCHEN-UNTERFÖHRING. Das ist nach Angaben der EM.TV & Merchandising AG in Unterföhring im Wesentlichen auf Zinsaufwendungen von 279 Mill. DM zurückzuführen, die vor allem mit der Finanzierung der Formel 1 zusammenhängen.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) liegt bei 114 Mill. DM, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 250 Mill. auf 408 Mill. DM. Der Cash-Flow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betrug rund 54 Mill. DM. Die Gesamtleistung wird für den Berichtszeitraum mit 947 Mill. DM angegeben. Die Bilanzsumme blieb mit gut elf Mrd. DM auf dem Niveau des ersten Quartals, hieß es weiter. EM.TV hatte mit Einverständnis der Deutschen Börse AG eine Fristverlängerung für die Vorlage des Halbjahrsberichts bis spätestens 30. September erhalten.

Die Gesamtleistung des ersten Halbjahres hat sich gegenüber dem ersten Quartal vervierfacht, was im Wesentlichen auf die Entwicklung des vom zweiten Quartal an voll konsolidierten Umsatzes der Formel-1-Beteiligung zurückzuführen ist, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Umsatzsteigerung im Kerngeschäft Rechtehandel sei entsprechend der allgemein schwachen Geschäftsentwicklung in der Medienbranche erwartungsgemäß geringer ausgefallen. Auch der höhere Materialaufwand sei im Wesentlichen durch die Formel-1-Beteiligung geprägt. Im Kerngeschäft haben sich Personal- und Materialaufwand den Angaben zufolge erwartungsgemäß entwickelt.

Den durch Restrukturierungsmaßnahmen erzielten Kostenreduzierungen im Berichtshalbjahr standen höhere Restrukturierungsaufwendungen gegenüber, die in der zweiten Jahreshälfte nicht mehr anfallen werden, hieß es. Mit den vorliegenden Halbjahreszahlen sieht sich Vorstandsvorsitzender Werner E. Klatten "auf der Linie unseres Refokussierungs- und Sanierungsplans, der gemeinsam mit Beratern erarbeitet wurde". EM.TV werde die Portfolioumschichtung weiter konsequent fortführen, wozu an erster Stelle Verkäufe, an zweiter Stelle auch qualitative Portfolio-Erweiterungen gehören sollen.

Die positive Entwicklung in den Bereichen nationaler und internationaler TV-Vertrieb sowie in der Vermarktung von Lizenzthemen werden nach Einschätzung des Unternehmens in der zweiten Jahreshälfte zu einer Umsatz- und Ergebnisbesserung im Kerngeschäft führen.

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