Hohe Risikovorsorge
DZ Bank verdient weniger

Die DZ Bank hat vor allem wegen eines stark rückläufigen Wertpapiergeschäfts im ersten Halbjahr operativ weniger verdient. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge sank deutlich.

Reuters FRANKFURT. Die DZ Bank hat vor allem wegen eines stark rückläufigen Wertpapiergeschäfts im ersten Halbjahr operativ weniger verdient. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge liege mit 356 Millionen Euro um 14,4 Prozent unter dem Vorjahreswert, teilte das genossenschaftliche Spitzeninstitut am Freitag in Frankfurt mit.

Der Provisionsüberschuss sank den Angaben zufolge um 5,2 Prozent zum Vorjahr auf 440 Millionen Euro, und der Nettoertrag aus Finanzgeschäften verzeichnetet einen Einbruch, erreichte aber einen leicht positiven Saldo.

Der Verwaltungsaufwand setzte seinen rückläufigen Trend fort mit einem Minus von 2,7 Prozent auf 1,314 Milliarden Euro.

Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters vom Donnerstag, rechnet die Bank mit einem hohen Vorsorgebedarf. "Die Bank kalkuliert derzeit mit einer Risikovorsorge von gut 800 Millionen Euro für 2002 und schließt sogar einen Wert von knapp einer Milliarde Euro nicht mehr aus", erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag aus den Kreisen.

Ihre offizielle Kalkulation wird die Bank erst in den nächsten Wochen nennen. Vor allem die bislang bekannten Insolvenzen etwa der KirchMedia und von Philipp Holzmann würden den Vorsorgebedarf steigen lassen, hieß es. Die DZ Bank wollte dies am Donnerstag nicht kommentieren.

Erfahrungsgemäß häuften sich die Unternehmenszusammenbrüche im dritten und vierten Quartal, so dass keine deutliche Besserung zu erwarten sei. "In der jetzigen Situation muss man die Kredite einfach aussitzen, denn am Markt sind sie momentan nicht auszuplatzieren," hieß es in den Kreisen. Das genossenschaftliche Spitzeninstitut hatte im ersten Quartal knapp 60 Millionen Euro in die Risikovorsorge eingestellt und für den ungünstigsten Fall einen Gesamtwert von gut 700 Millionen Euro für die AG angekündigt. Das Engagement der DZ Bank bei der insolventen KirchMedia beläuft sich auf rund 400 Millionen Euro und beim Frankfurter Traditionsunternehmen Holzmann auf gut 60 Millionen Euro.

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