Hohe Sanierungskosten – Nur Sharp und Mitsubishi glänzen
Japanische Elektroindustrie hat Krise noch nicht überwunden

Wegen hoher Restrukturierungskosten und der schwachen Nachfrage nach Telekominfrastruktur rechnet der Siemens-Partner nun statt eines ausgeglichenen Ergebnisses mit einem Nettoverlust von 110 Mrd. Yen (906 Mill. Euro). 7 100 der weltweit knapp 170 000 Stellen würden gestrichen, in Japan 1900 weitere Beschäftigte versetzt. Operativ sollen so die ursprünglich geplanten 100 Mrd. Yen Überschuss gehalten werden.

bas TOKIO. Der Umsatz soll auf 4,8 Billionen Yen (rund 40 Mrd. Euro) schrumpfen, anstatt wie zuvor geplant bei 5 Billionen Yen nahezu konstant zu bleiben. Fujitsu hatte im vergangenen Jahr den höchsten Verlust seiner Geschichte verbucht und rund 20 000 Stellen gestrichen. Der Konzern will sich mehr auf das Software- und Servicegeschäft konzentrieren und baut im Bereich Kommunikationsausrüstung und elektronische Komponenten Kapazitäten ab. Im ersten Halbjahr sanken die Betriebsverluste um 60 % auf der Umsatz schrumpfte um rund 10 %. Durch die Restrukturierungskosten fielen unter dem Strich 147,4 Mrd. Yen Verlust an, gerade einmal 15 % weniger als im Jahr zuvor.

Auch dem Handy- und Batteriehersteller Sanyo Electric verhageln Restrukturierungskosten und die globale Nachfrageflaute den Gewinn. Der Konzern senkte seine Prognose gestern auf umgerechnet 8 Mrd. Yen Netto- und 70 Mrd. Yen Betriebsgewinn. Im ersten Halbjahr sank der Nettogewinn um 61% auf knapp 2,5 Mrd. Yen und das bei einem nur marginal gestiegenen Umsatz.

Bei Mitsubishi Electric machen sich dagegen Kostensenkungen positiv und stärker als selbst gedacht bemerkbar. Der Nettoertrag verdreifachte sich auf 6,8 Mrd. Yen, das operative Ergebnis stieg um über 130 %. Im Gesamtjahr sollen netto 25 Mrd. Yen anfallen. Auch die Konkurrenten Toshiba und NEC hatten in der vergangenen Woche die Rückkehr in die Gewinnzone verkündet. Heute legt Matsushita (Panasonic) seine Zahlen vor.

Überzeugende Zahlen lieferte gestern Sharp. Japans größter Hersteller von LCD-Schirmen steigerte den Betriebsgewinn um knapp 10 % auf 48,9 Mrd. Yen. Durch die Rückerstattung von Pensionsgeldern legte der Nettogewinn sogar um 41 % auf 22,9 Mrd. Yen zu. Auch der Verkauf von Mobiltelefonen mit eingebauter Kamera lief gut, während der Umsatz im Speichergeschäft zweistellig zurückging. Insgesamt stiegen die Erlöse um 7,8 % auf knapp 972 Mrd. Yen. Vor allem im Ausland legte das Geschäft zu. Für das Gesamtjahr blieb Sharp bei seinen Prognosen: 2 Billionen Yen Umsatz und 37 Mrd. Yen Nettogewinn, mehr als das Dreifache des Vorjahres.

Positiv absetzen kann sich auch der Kamerahersteller Canon. Wegen hoher Umsätze mit Digitalkameras und Videogeräten hob der Drucker- und Kameraspezialist nach Vorlage der Quartalszahlen seine Gewinnprognose für das bei ihm am 31. Dezember endende Geschäftsjahr auf 175 statt 168 Mrd. Yen an.

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