Hohe Schuldenlast
Knorr Capital Partner ist pleite

Das Ende der New Economy ist auch das Ende für die hoch verschuldete Risikokapitalgesellschaft. Zuletzt hatte Knorr Capital versucht, Beteiligungen abzustoßen. Vergeblich: "Wir sind auf unserem Firmen-Portfolio regelrecht sitzen geblieben."

rtr MÜNCHEN. Die hoch verschuldete Risikokapitalgesellschaft Knorr Capital Partner hat wegen drohender Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht München einen Insolvenzantrag gestellt. "Auf Grund der derzeitigen katastrophalen Marktlage für Unternehmensbeteiligungen sind wir auf unserem Firmen-Portfolio regelrecht sitzen geblieben", sagte eine Firmen-Sprecherin am Donnerstag in München. Von rund 30 Beteiligungen hätte Knorr Capital 2002 bislang erst ein Unternehmen verkaufen können. Zur Fortführung des laufenden Geschäfts werde umgehend eine Kapitalspritze von einer Million Euro benötigt. Insgesamt sei Knorr Capital mit etwa 30 Mill. ? verschuldet, sagte die Sprecherin weiter.

Derzeit gelingt es der Gesellschaft nach eigenen Angaben nicht, die nötigen liquiden Mittel zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen zu generieren. Gespräche mit Gläubigern und Investoren, die auf eine Sanierung des Unternehmens abzielten, hätten bisher zu keinem abschließenden Ergebnis geführt, hieß es. Die einstmals im Kleinwertesegment Smax gelistete Gesellschaft verhandelt schon seit Wochen mit drei möglichen Geldgebern und will dies auch fortsetzen. Das Management versuche nun, mit den Hauptgläubigern und potenziellen Investoren eine Fortführungslösung zu erreichen, hieß es weiter.

Um die Insolvenz abzuwenden, hat Knorr Capital nach Aussage der Firmen-Sprecherin in den letzen Wochen erfolglos versucht, sein gesamtes Portfolio an Unternehmensbeteiligungen abzustoßen. Die Firmen aus den Bereichen Informationstechnologie, elektronischer Handel, Telekommunikation und Biotechnologie hätten aber auf Grund der Marktschwäche keine Abnehmer gefunden.

Im Juli 2002 hatte Knorr Capital noch angekündigt, im Jahr 2003 wieder in die Gewinnzone zurückkehren zu wollen. 2001 hatte die Firma einen Verlust von rund 66 Mill. ? ausgewiesen und dies mit der Schwäche der Kapitalmärkte und Abschreibungen in Millionenhöhe begründet.

Am Donnerstagvormittag notierte die Aktie mit 20 Cent um knapp fünf Prozent im Minus. Im Herbst 2000 war das Papier zeitweise noch mehr als 65 ? wert gewesen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%